Korrekturerlebnis

Manchmal möchte man beim Korrigieren von Klassenarbeiten den Kopf platt auf den Tisch hauen. Da zählt ein SuS wesentliche Merkmale einer bestimmten Textsorte auf, und begründet dann explizit, dass der vorliegende Text trotz des Vorliegens aller Merkmale eine andere Textsorte sei. Naarg…

Petition zum Erhalt der Förderschulen

BisüberbeideOhren. Darum kaum bloggen. Ein kurzer Hinweis auf die Petition zum Erhalt der Förderschulen (via TwoedgedWord) sei gestattet. Der zweite Teil meiner Inklusions-Fortbildung fühlte sich wie eine Wiederholung des Referendariats an. Der Lerneffekt ist gleich Null, wir kommen uns etwas verschaukelt vor. (Fall-)Beispiele? Einblicke in die Arbeit der Sonderpädagogen? Tipps? Hinweise? Wenigstens eines der ansonsten so verhassten Rezepte? Gibt’s nicht. Dafür wird unsere Schule nun demnächst an fünf Standorten unterrichten dürfen, denn das bald leerstehende Gebäude der Förderschule muss ja wieder sinnvoll gefüllt werden.

Ach, das werde sich alles schon zurechtruckeln, ließ man uns während der öffentlichen Ausschusssitzung im Rathaus wissen. Fundierte Argumente, eine erkennbare Auseinandersetzung mit dem Thema hatte offensichtlich nur bei der CDU stattgefunden; der Rest des Kaffekränzchens ergab sich im Gedankenlos-alles-gut-finden. Man brauchte bei Kaffee und Tee auch nur die Hand zu heben, um sich einen weiteren unsichtbaren Verdienstorden anheften zu dürfen; mit den schlechten Bedingungen klarkommen müssen dann andere.

Steinzeitklischees

FeuersteinWie schön! Da ist ja wieder Evolutionsbiologe und „Barfuß-Professor“ Daniel Lieberman mit einem Interview im SZ-Magazin und erklärt, warum regelmäßiges Laufen zu unserer Steinzeit-Hardware dazugehört. Die Nachteile unreflektierter Steinzeit-Rückbezüge hingegen lernt man im Bayern2-Podcast radioWissen kennen. Thema: Steinzeitklischees (Direktlink zur MP3). Warum das Übertragen moderner Schemata auf die Steinzeit nicht taugt, und Frauen einparken und Männer zuhören können.

Die anderen bloggen, ich knipse

Heute zum Einstieg ein kleines Bilderrätsel. Was ist mir wohl heute widerfahren? Auflösung am Ende.

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Ansonsten bloggen eher die anderen:

  • Bob Blume erklärt, warum eigentlich das G5 Stand der Dinge sein müsste Auf Literatur und den ganzen weichen Scheiß verzichten! Peng! Klappe zu. Affe tot. Wirtschaft… brummt?
  •  Herr Rau lässt sich davon nicht beirren und widmet seine Freizeit dem automatisierten Nummerieren sinnloser Lyrik. Herausgekommen ist dabei ein WordPress-Plugin, das Gedichte mit Zeilennummern versieht. Für Deutschlehrer gewiss bald ein must-have, denn mit Herrn Raus Methode kopiert man die Zeilennummern nicht mit, sodass die Formatierung beim Copy&Paste erhalten bleibt und nicht durch ärgerliche Zeilennummern zerstört wird. Fein.
  • In der FAZ findet sich ein Rant wegen (über, gegen?) der schlechten Rechtschreibung der Studenten. Wiederholt sich auch alle Jahre, oder?

Des Rätsels Lösung

Da hat es mir heute morgen doch glatt das Fahrradschloss zerbröselt. Natürlich erst, nachdem das Schloss eingerastet war. So stand ich heute wie ein kleiner Depp vor meinem Fahrrad und kam nicht vom Fleck. Die Busse streikten, der Hausmeister ebenfalls. Also fix die Herzdame angerufen, in den Baumarkt gefahren, mich mit einem Bolzenschneider zum Fahrrad geschlichen und mit einem Knips war das Schloss Geschichte. Erschreckend, wie schnell so etwas geht… (und wie klein ein Bolzenschneider ist).

Wegen WhatsApp länger Hausaufgaben machen

Da komme ich gestern von einer Demo nach Hause und muss mich wundern. Am Esszimmertisch sitzt eine missmutige Tochter¹, einen Zettel mit endlosen Zahlenreihen vor sich:

Zwerg 2 = 2,4,6,8, … 200

Zwerg 3 = 3,6,9,12,… 210

Und so weiter, bis zu Zwerg Nummer 7, immer bis ungefähr die Zahl 200 erreicht ist. Was sie denn da mache? Mathe, so die genervte Antwort. Warum sie lauter Zahlenreihen notiere? Weil man das nun mal so machen müsse! Der doofe Mathelehrer habe eine doofe Aufgabe gegeben, die verlange, dass man  herausfinde an welchem Tag sich die sieben Zwerge gemeinsam auf der Arbeit treffen, wenn der erste Zwerg jeden Tag, der zweite jeden zweiten Tag, der dritte jeden dritten Tag usw. komme. Und da müsse man eben alle Zahlen aufschreiben und vergleichen! Hat der Mathelehrer gesagt!1!!

Auch wenn ich nie ein Mathegenie war, so weiß ich doch von Berufs wegen, dass auch Mathelehrer nur begrenzte sadistische Kapazitäten haben. Vermutlich ging es nur um ein Verfahren, das genau diese dummdöselige Tätigkeit vermeiden soll. Also flugs im Mathebuch geblättert, das Kapitel zum kgV gefunden, noch einmal den Abschnitt zur Primfaktorenzerlegung studiert und Tochter¹ erklärt. In Null Komma Nix hatten wir heraus, dass die Zwerge sich am 420. Tag treffen würden – und Tochter¹ gewann eine Vorstellung davon, warum Mathekönnen Zeit sparen kann.

Heute stellte sich dann heraus, dass mit Ausnahme von drei Schülern alle Schüler diese Zahlenreihen aufgeschrieben hatten. Wie konnte das geschehen? Hatte der Mathelehrer vollkommen versagt? Des Rätsels Lösung lag in einer der kleinen und alltäglichen WhatsApp-Nachrichten. Viele Schüler tauschen sich nachmittags schnell über die Ergebnisse der Hausaufgaben aus – ist ja auch viel effektiver als sie selbst zu machen oder sie in der Schule abzuschreiben.
Die erste Schülerin, die ihre „Lösung“ präsentierte, ließ ganz lässig per Sprachnachricht wissen, dass die Aufgabe voll baby sei, man müsse ja nur die Zahlenreihen alle aufschreiben. Das Nachdenken hatte sich damit für die anderen erledigt und 27 kleine Schafsköpfe reihten in stundenlanger Fleißarbeit Zahlenkolonnen aneinander.

Und ich habe ‘ne lustige Anekdote mehr für meine Klasse. (Ob sie dann auch noch lehrreich ist, wage ich zu bezweifeln…)

Hilfe! Inklusion!

Woah, die einführende Fortbildung zum Thema „Inklusion“ war heute eine Menge, das muss ich erst einmal verarbeiten. Mit viel Optimismus bin ich in diese Fortbildung hineingegangen und sitze nun mehr als desillusioniert vor meinem Laptop. Dabei hatte ich im Halbtagsblog schon so viel Gutes über die Inklusion gelesen, und eigene Erfahrungen aus meiner Oberstufenzeit sowie aus meiner Steinzeit-AG haben mir Inklusion sehr positiv vor Augen geführt. Bis heute hatte ich aber immer Kinder mit eingeschränkten körperlichen Fähigkeiten vor Augen, die kognitiv durchaus in der Lage sind, einem gymnasialen Unterricht zu folgen. Doch dem wird nicht so sein.

ESE- und L-Kinder

Ich bin mit der Sonderpädagogik-Fachterminologie noch kein Stück vertraut, habe aber so viel verstanden, dass insbesondere sogenannte „ESE-“ und „L-Kinder“ zu uns kommen werden. „ESE“ steht für “Förderschwerpunkt emotional-soziale Entwicklung“, ergo (sorry, wenn ich das gerade durch eine sehr schmale Brille sehe) Kinder, die Schwierigkeiten haben, ihr Verhalten und ihre Gefühle zu kontrollieren. Das L in „L-Kinder“ steht für Lernschwierigkeiten. Diese Kinder haben so große Probleme beim Lernen, dass ihnen schon die Grundschule Schwierigkeiten bereitete. Dass man ausgerechnet die nun aufs Gymnasium schickt, beweist, dass die größten Zyniker nicht unter den Philosophen, sondern im nordrheinwestfälischen Bildungsministerium zu finden sind.

Weitere Erkenntnis: Die Klassenstärke (aktuell hat meine Klasse 31 Kinder) soll offensichtlich nicht wesentlich herabgesetzt werden. Nett wäre auch, so der fortbildende Förderschulkollege, wenn die Inklusionskinder gruppenweise gebündelt würden, damit sie ein Gruppengefühl entwickeln könnten.1 Sollte es so kommen, dann dürften sich einige Klassenlehrer also nicht nur über die drei Hannebummel freuen, die man sowieso in jeder Klasse hat, sie hätten unter Umständen obendrein noch gleich eine Hand voll ESE-Kinder zu bändigen.

Zieldifferent

Nun, dass wir an unser Gymnasium Inklusionsschüler bekommen würden, die wir auch „zieldifferent“ unterrichten werden, das war schon klar. „Zieldifferent“ bedeutet, dass es von vornherein nicht das Ziel ist, dass die Kinder am Gymnasium ein Abitur anstreben. Kein Problem, auch im normalen Regelbetrieb schaffen nicht alle Kinder es bis zum Abitur, das kennen wir bereits. Dass die „Zieldifferenz“ aber derart weit entfernt vom gymnasialen Standard liegen würde, wie es uns der Förderschulkollege schilderte, das hätten wir uns wohl nicht ausgemalt.

„Ein Förderplan in Klasse 5 könnte z. B. darin bestehen, dass ein Kind den Zahlenraum im Schuljahr auf 100 erweitert.“ Die entsetzten Mathekollegen mussten ihre aufgerissenen Augen vom Tisch klauben, denn das steht nun wirklich nicht im aktuellen Lehrplan. „Viele Kinder bekommen bei uns gar keinen Abschluss. Auch der Hauptschulabschluss ist da unerreichbar.“

Das Ende vom Lied scheint mir nun zu sein, dass Inklusion in NRW wie folgt aussieht: Die zu inkludierenden Schüler werden in irgendwelche Klassen gesteckt, arbeiten ihre persönlichen Förderpläne ab (wenn überhaupt, wenn man den Ausführungen des Förderschulkollegen glauben darf) und wir sind die Deppen, die neben dem gymnasialen Unterricht noch eine zweite bis dritte Unterrichtsvorbereitung aus dem Hut zaubern dürfen, je nachdem, wieviele zieldifferente Kinder man denn in einer Klasse hat. Großartig. Das wird natürlich keinesfalls ausgrenzend wirken, wenn manche Kinder das Bruchrechnen erlernen, während andere zeitgleich den Zahlenbereich bis 100 erproben.

Inklusives Classroommanagement

Besonders für Kinder mit emotional-sozialem Förderschwerpunkt sollte ein Klassenraum reizarm gestaltet sein. Eine Reizüberflutung sollte vermieden werden. (Versucht mal, eine Reizüberflutung zu vermeiden, wenn da noch 25 lebhafte andere Kinder sitzen, die sich ja auch gerne mal ablenken!)2 Laufwege zu Materialien müssten gegebenenfalls mit den Kindern abgesprochen werden, um Konflikte und Störungen zu vermeiden. Tische sollten so stehen, dass alle SuS jederzeit gesehen werden können, „Allgegenwärtigkeit“ war überhaupt das Schlagwort des heutigen Tages. Überwachung ein anderes. Bloß nicht zur Tafel drehen! Keine Pointe.
Sinngemäß fiel auch folgender Satz: „Das Sitzen am Tisch müssen Sie mit den Kindern zum Teil erst einüben. Dafür wird einiges an Zeit draufgehen.“ Meine Kinnlade fand den Boden nicht mehr.

Dazu hübsche Fotos aus einer der nun bald aufgelösten Förderschulen: Teppichboden, hohe Fenster, hübsche Räume mit ausreichend Platz für Materialboxen und ganze sechs Tische pro Klasse. Bilder einer Schule, in der Lehrer bis zu 20 Stunden pro Woche mit derselben Lerngruppe verbringen und gefühlt zwanzig Tafeln mit sozialem und organisatorischem Budenzauber aufbauen können. „Für jede positive Verhaltensweise stecken sie einfach ein blaues Kärtchen neben den Namen an die Pinnwand, falls sich jemand daneben benimmt…“ Aber ich habe da nicht nur sechs Namen, sondern über fünfundzwanzig und nein, ich belohne pünktliches Erscheinen zum Unterricht nicht mit einem blauen Kärtchen!

Vorläufiges Fazit

Nachdem wir nun als Schule gerade das G8 verpackt, die QA verarbeitet und den Ganztag endlich bis in Klasse 9 hochgezogen haben – und das alles gleichzeitig -  beglückt man uns mit der Inklusion. Allem Bisherigen konnte ich bislang schon im Vorfeld Positives abgewinnen, doch diese Form von „Inklusion“ scheint mir ein pädagogisches Selbstmordkommando zu sein. Vielleicht verschätze ich mich ja jetzt aufs Schlimmste (wollen wir’s hoffen), aber wenn Inklusion nichts weiter bedeutet, als dass ich mich ohne ausreichende Ausbildung und mit miserablen Ressourcen nun als billige Sonderpädagogikaushilfskraft verdingen soll, dann werde ich auf Dauer meine Konsequenzen ziehen und meine Prioritäten überdenken müssen.
Sehr gespannt bin ich auch auf die Reaktionen der Eltern. Wir haben als Schule durchaus schon Erfahrung mit verhaltensauffälligen Kindern gemacht; die Eltern der anderen Kinder werden mit den Füßen abstimmen, wenn sie das Gefühl haben, dass ihr Kind zurückzustecken hat.

Man merkt’s wohl: Ich bin nicht im Geringsten begeistert von der Inklusion, wie sie mir heute präsentiert wurde, und ich habe zum ersten Mal in meinem Berufsleben „den Kanal voll“. Weitere Fortbildungen stehen an. Ich bin sehr gespannt, wie’s weitergeht. Angeblich wird ja nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird.


  1. Nicht, dass sich das mit dem großen Ziel der In(!)-klusion beißen würde… 
  2. Der neueste Schrei sind Textmarker, die aussehen wie Kosmetiktübchen… 

Mit schlechten Schülerergebnissen arbeiten

Du hast eine Aufgabe mit nach Hause genommen und willst an den Schülerergebnissen typische Fehler thematisieren ohne dabei jemanden bloßzustellen?

Nimm dir die beste Arbeit, baue dort verschiedene Fehler der schlechteren Arbeiten ein und weise nach der Besprechung darauf hin, dass die eigentliche Vorlage sogar die beste war. Einer wird mächtig stolz auf sich sein, während der Rest auch gesehen hat, wie wenige Fehler eine gute Arbeit in eine schlechte verändern können. Und niemand fühlt sich vorgeführt.

Leben am Limit – Der Linienbus

Ich muss mal dringend was loswerden. Um täglich pünktlich zu meiner Schule zu gelangen, verwende ich den Bus. Und ja, ich nutze gerne den ÖPNV, denn er ist in der Regel, wenn nicht pünktlich, so doch berechenbar, zuverlässig und mit den Jahren immer überschaubarer geworden. Hübsche Anzeigen verweisen auch im finstersten Dunkel auf die nächste Haltestelle und angenehme Ansagerstimmen erinnern den ins Handy vertieften Passagier auf die kommende Haltestelle. Die Ticketentwerter sind selten defekt, die hydraulischen Hebesysteme erlauben es, ältere Menschen und Kinderwägen ohne größere Komplikationen zusteigen zu lassen und das Experiment Radiobus hat sich nicht durchgesetzt. Alles bestens, könnte man denken.

Doch über eine Sache müssen wir reden. Da gibt es nämlich diesen fiesen Konstruktionsfehler, der sich in allen Linienbussen, die ich kenne, eingenistet hat, und der schon seit Jahrzehnten nicht behoben wird.

Jeden verflixten Morgen, wenn ich in meinen Bus einsteige, sehe ich schon von Weitem, dass er mal wieder rappelvoll ist: Jacken kleben an den Scheiben der Türen, entgeisterte Blicke panischer Fahrgäste signalisieren mir, doch verdammt noch eins draußen zu bleiben, es ist einfach kein Platz mehr. Die Tür zischt auf, die ruppige Stimme des schon am frühen Morgen im Endstadium der Genervtheit befindlichen Busfahrer knurrt ein raues „Durchgehen!“, und der murrende Menschenklumpen macht sich langsam auf den Weg in den hinteren Teil des Busses. Dabei ist das durchaus nicht ungefährlich.

Denn kaum sind die, goßteils jungen und körperlich noch nicht vollständig ausgewachsenen Fahrgäste vorgerückt, beginnt ein gefährliches Spiel um die Balance. Schwerbepackte Schulranzen schwanken im Rhythmus der Anfahr- und Bremsbewegungen des Busses hin und her, verfehlen die zarten Gesichter der arglos schlafenden Glückspilze auf den Sitzplätzen oft nur knapp. Unsichere Hände suchen Halt an der Jacke des Vordermanns, und wenn der Fahrer einmal unvorhersehbar auf die Bremse tritt, dann purzeln viele hilflos rückwärts durch den Bus, aufgehalten bestenfalls durch den nächststämmigeren Nebenmann.

Schuld sind die unseligen Viererplätze. Findet ein erwachsener Fahrgast normalerweise an den Griffen am Rand der Zweiersitze oder den Hängelaschen Halt, so fallen diese Möglichkeiten für kleine Fahrgäste mit kurzen Armen zwischen den Viererplätzen weg. Und so wundert es nicht, dass kaum ein kleiner Gast sich gerne zwischen diese halsbrecherischen Konstruktionen stellen mag, denn wer verzichtet schon freiwillig auf die sonst immer so hoch geschätzte Sicherheit im Bus? Dann lieber den Eingang verstopfen.

Eine sinnlose Parade

Ich bin erstaunt. Bob Blume ruft zu einer Blogparade auf, die sich mit dem Thema „Versager im Schuldienst“ beschäftigt. Anlass war eine kurze Debatte in Bobs Blog mit einem der Diskutanten der ZDF-Talkshow Log in. Doch was soll das nützen?

Und so debattiert die Lehrersphäre nun darüber, ob und wie man „Versager“ aus dem Schuldienst entfernen kann, woran man sie erkennen kann oder auch nicht und und und.

Zwei Dinge sind dazu zu sagen:

  1.  Eine Blogparade ist nicht die richtige Form, um derart vielen komplexen Fragen auf den Grund zu kommen, auch wenn Bob darauf verweist, dass er gerne empirische Daten verarbeitet sehen würde. Woher sollen die kommen? Vorhersehbarerweise werden die Aussagen Banalcharakter haben.
  2. Not my job. Ich bin Lehrer und kümmere mich darum, dass mein Unterricht gut läuft. Wie mit Leuten zu verfahren ist, die keinen Bock haben oder die unfähig sind, ist Aufgabe anderer. Auch die Erforschung all dieser Fragen ist nicht meine Sache.

Just my 5 cent. Locker bleiben. Weiterbloggen.

Hokey paradiert

Hui, da kommt gerade doch wieder einiges an Leben in die Blogosphäre (benutzt diesen altmodischen Begriff eigentlich noch jemand?). Fontanefan ruft zur Wahl des Lehrerblogs 2014 auf und hat überdies eine Blogschau sowie ein Lehrerblog-Wiki organisiert. Als wäre das noch nicht genug, ruft Bobblume zu einer Blogparade auf, in der das Thema einer ZDF-Talkshow „Versager im Staatsdienst“ reflektiert werden soll. Das ist alles ganz schön viel Holz, aber da es mit meiner alten Blog-Kiste hier nicht mehr weit her ist (merkt man daran, dass sie im Gegensatz zu früheren Zeiten, kaum noch Erwähnung findet) muss ich wohl in die Hände spucken und fleißig lostippen!

Die schönsten Lehrerblogs

Drei Vier Lehrerblogs sollte man ein kleines Denkmal setzen, und die Idee dafür hatte ich schon vor dem Beitrag des Fontanefan (leider ist mein Kommentar in seinem Blog nicht angekommen, die Kommentarsysteme bei Blogspot, Antville & Co. sind manchmal recht mistig). Die Reihenfolge ist nicht wertend, aber die nun folgenden Blogs sind must-haves in jedem Feedreader:

Herr Rau

Herr Rau – das Urgestein unter den Lehrerblogs. Unaufgeregt, klar, durchdacht. Im Design über die Jahre kaum verändert, inhaltlich immer anspruchsvoll, gerne mit sehr langen Beiträgen zu Literatur, Comics, Schule im Allgemeinen und Speziellen sowie schönen Unterrichtsideen. Und immer wieder bekommt der Leser kleine Einblicke in Herrn Raus persönliche Vorlieben. Ohne Herrn Rau kämen meine Schüler heute nicht in den Genuss eines Kamishibais (mittlerweile habe ich eine Kollegin angesteckt) und auch in Notfällen ist es immer nützlich, Herrn Raus Blog zu kennen. Wer dieses Blog nicht kennt, kann nicht behaupten, die Lehrerblogosphäre durchmessen zu haben.

Riecken.de - Gedanken zu Bildung, Lehre und Schule

Eine Fundgrube! Allein ganze 61 pädagogische Spiele finden sich auf Maiks Seite, der Knüller sind aber Maiks Know-How und seine Reflektion in technischen Fragen. Egal, ob Maik zum Thema „Sexting“ oder „Handyverbote“ schreibt oder erklärt, wie man Tablets in bestehende Schulnetze einbinden kann, jeder Beitrag hat von vorne bis hinten Hand und Fuß. Ich finde, ich bin vergleichsweise schon ganz gut technisch aufgestellt, aber gegen Maik bin ich ein ganz kleiner Fisch. .

Rete-mirabile.net

Auch Andreas Kalts rete-mirabile.net ist immer einen Besuch wert. Aktuell dokumentiert Andreas Kalt dort die Nutzung von Wikis im Unterricht und es ist immer eine Freude, seine Beiträge zu lesen. Andreas’ Blog wirkt motivierend, weil er nicht abstrakt schwafelt, sondern ganz konkrete Erfahrungen und Materialien aus dem Unterricht dort teilt. Ich empfehle besonders Andreas’ Beiträge zu seinen Erfahrungen mit Wikis: Erfahrungen mit Wikis, Erfahrungen mit Wikis (Teil 2). Da möchte man gleich loslegen.

Das Halbtagsblog

So lustig, so herzlich, so schön. Jan-Martin Klinge eroberte mit seinem Halbtagsblog die Herzen der Lehrer-Blogosphäre im Sturme. In seinen Beiträge über Inklusionskinder lässt er uns Leser einen Blick durch die sonst verschlossenen Schultüren werfen, lässt uns mitlachen, wenn er Schule im Schaubild darstellt und schmunzeln, wenn er mit seinen Schülern die Physik in Sci-Fi-Filmen überprüft. Immer von ganzem Herzen. Grimmepreisverdächtig.