Kaum Beiträge

Kaum Beiträge hier in den letzten Monaten. Und ich befürchte, das bleibt auch so. Es ist leider gerade so viel Schule los, dass ich in meiner Freizeit gerne alles Mögliche mache, aber insbesondere einen weiten Bogen um alles, was mit Schule zu tun hat. Darum bleiben Blog-Beiträge hier nur spärlich gesät, auch wenn Corona & Co. wahrlich viel Stoff böten.

Vielleicht wird es ja wieder anders.

Ungesund

Vor gut einer Woche gab es Coronafälle an drei Schulen in Bielefeld, einer davon nur 50 Meter entfernt von meiner Schule. Die Gesundheitsminister beschließen ein einheitliches Bußgeld für Maskenverweigerer, am gleichen Tag beschließt Laschet in NRW das Ende der Maskenpflicht in Schulen.

Als konsequent würde ich das jetzt nicht bezeichnen.

Keine Ausbreitung von Corona

An allen Bielefelder Schulen, wo es direkt nach Ferienende zu frühen Corona-Fällen kam, konnte sich Corona nicht weiter ausbreiten. Das spricht für die aktuell durchgeführten Hygienekonzepte, so nervig das Masketragen auch ist. Zum Glück wird es nun kühler.

Fordert die Kommentatoren!

In diesem FAZ-Kommentar („Fordert die Lehrer!“) steht, bei aller berechtigter Kritik, doch so viel krudes Zeug, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll. Angefangen dabei, dass an Privatschulen vermeintlich keine verbeamteten Lehrer arbeiten bis hin zur etwas naiven Vorstellung zur Korrektur von Aufgaben oder der „Arbeitszeit“ von Schülerinnen. Irgendwann geht es dann im Kommentar auch noch um Aufgaben der Kultusministerien und Schulträger (da können wir Lehrerinnen wirklich nicht mehr viel ausrichten, auch wenn wir gut als Clickbait dienen). Auch zu den Hochschulen wird noch ein Schlenker gewagt.

Ein wilder Schlag in die Sahne, ohne jede Stoßrichtung.

Drei Tage

Da ist das Schuljahr gerade drei Tage alt und schon sind zwei Bielefelder Schulen von Corona betroffen. Das wird ein sehr nervenaufreibendes Schuljahr mit Corona-Roulette.

Wem in der Quarantäne langweilig wird, der könnte aber bei gerne mal bei „perlen und geperle“ schmökern.

Start 2020

Anstrengend. Vielfältige Herausforderungen. Viele Aufgaben. Corona wirkt digital nach. Das wird ein sehr intensives Schuljahr, das ist gewiss.

Die Schülerinnen tun mir sehr leid, denn bei diesen Temperaturen den ganzen Tag eine Maske tragen zu müssen, ist wirklich schwer zu ertragen. Als Lehrer darf ich sie am Pult abnehmen. Und wieviel Ton durch so ein kleines Stück Stoff verloren geht! Für eher leise Schülerinnen werden das unangenehme Zeiten, weil viel nachgefragt werden muss. Dazu sollen die Fenster offen sein, was wunderbaren Bau- und Straßenlärm in den Klassenraum trägt. Poltert dann noch jemand bei offener Klassentür über den Flur oder trägt lautes Schuhwerk, dann hat man einen wunderbaren Lärmteppich, auf dem jede Schüleräußerung schnell verloren geht.

In meiner Klasse haben heute aber alle super durchgehalten! Hoffen wir, dass es so weitergeht.

Einstieg ins Corona-Schuljahr

Schule geht wieder los. Sitzungsmarathon bei 30 Grad mit Maske. Nebenbei das #twitterlehrerzimmer bzw. #twlz empfohlen. Im Gegenzug ein tolle Instagram-Projekt kennengelernt. Muss ich mir mal angucken und vielleicht dazu schreiben. Die Kolleginnen, die nicht alle Social-Media-Kanäle gecancelt haben, kennen das aber vermutlich sowieso schon.

Presseclub

Ihr habt ja bestimmt schon alle den heutigen Presseclub zum Thema „Rückkehr auf die Schulbank – Verantwortungslos oder überfällig?“ gesehen. Muss mal eine Lanze für @ciffi brechen, der natürlich die digitale Fraktion unter uns Lehrern sehr gut kennt. Aber auch Heike Schmoll, bei deren Artikeln ich oft in meinen Bart brummele, hat mir in der Diskussion sehr gefallen. Am sonderbarsten fand ich den Vorschlag von Philip Banse, doch einfach jeden Tag alle Schüler anzurufen. Die Kolleginnen mit zweistündigen Fächern und neun bis zwölf Lerngruppen á 24-30 Schülerinnen werden sich bedanken. Was wohl die Eltern sagen, wenn bei drei Kindern jeden Tag alle Lehrer durchklingeln… naja – elegant ist anders.

Fürs Protokoll: Bin heute, während ich kurz dem Hashtag #presseclub auf Twitter folgte, zum ersten Mal dem Begriff „postdigital“ begegnet. Muss jetzt erstmal herausfinden, was das bedeutet und ob es nur für die nächste Generation Ratgeberliteraturautoren sinnvoll ist.

Wenn Deutschlehrer bluffen

Ich habe mich hier nun selbst schon lange nicht mehr blicken lassen, aber für einen Link auf diesen wunderbaren Text „Furcht und Elend des Deutschunterrichts“ muss das sein.

Von der Waffe der schlechten Benotung, dem Bluff der Strenge und der systematischen Vernichtung kindlichen Selbstvertrauens durch Deutschlehrer. Klingt schlimm, aber den Text hat jemand mit Herz geschrieben. Chapeau, unbekannter(?) Autor.

Schulöffnungen

Die Schulen werden nun schrittweise wieder geöffnet. Ich bin sehr gespannt, wie das laufen wird. Sehr lesenswert sind wie immer die Beiträge von Jan-Martin Klinge, der in „Guten Morgen, Schule!“ ein wenig Einblick in das Vorgehen seiner Schule gewährt, aber auch deutliche Kritik und Verantwortung an verkorksten Konzepten („Wäschekorb-Kommunikation“) bei den Schulen und Schulleitungen sieht.

Auch Maik Rieckens Blog sollte bei jeder Lehrerin zur Morgenlektüre gehören. Maik formuliert heute seinen Ausblick auf die kommenden Wochen. Dabei verweist er auf die Wichtigkeit einer gründlichen Informationsbeschaffung und nennt acht Grundsätze, wie sinnvolle Angebote für den Fernunterricht gestaltet werden sollten.