Für einen Tag

Fürs Protokoll: In der letzten Woche wurden wir als Schulen darauf eingestimmt, dass ab morgen der Wechselunterricht wieder beginnt und dass im Rahmen einer Testpflicht nun zweimal wöchentlich getestet wird. Das bedeutet für Schulen – und insbesondere für die Leitungsebene – dass neue Elternbriefe geschrieben werden müssen, in denen über alle Regeln und Neuerungen informiert wird; dass neue Einsatzpläne für den Wechselunterricht gestaltet werden müssen, natürlich immer unter Berücksichtigung der neuen Regelungen und ministeriellen Ergänzungen; dass die Notbetreuung so organisiert werden muss, dass alle angemeldeten Kinder ausreichend Betreuung vor Ort haben, während parallel der Wechselunterricht für die anderen vor Ort stattfindet. Gleichzeitig müssen die schärferen Bedingungen (Verteilung auf mehrere Räume) für den Präsenzunterricht der Abiturienten eingehalten werden, denn für die läuft der Präsenzunterricht ja schon seit geraumer Zeit. Nicht zuletzt müssen die zweimal wöchentlich stattfindenden Selbsttests organisiert und vorbereitet werden. Natürlich werden nicht nur die Eltern informiert, sondern auch das Kollegium braucht adäquat aufbereitete Informationen, ggf. je nach Stufe und Klasse unterschiedlich, ebenso wie die anderen schulischen Mitarbeiter. Das ist also schon ein ordentliches Fass, das da aufgemacht wird.

Und dann kommt am Sonntagnachmittag die Meldung: Der ganze Aufriss wurde nun für genau einen Tag gemacht, ab Dienstag geht es dann wieder in den Distanzunterricht, weil absehbar sei, dass Bielefeld die 200er-Marke reißen werde.

Wer hätte das nur letzte Woche schon ahnen können (Inzidenz am 14.4. bei 193,6)!

Selbsttest

Das war schon ein bisschen abenteuerlich, mit den Schülerinnen und Schülern die Selbsttests durchzuführen. Eine wirkliche Möglichkeit zur Vorbereitung gab es nicht. Es wurde auf die Bedienungsanleitung verwiesen und eine Website des Schulministeriums. Wie so ein Test-Kit aussieht musste man sich selbst ergoogeln und hoffen, dass es das richtige ist.

Im Klassenraum dann gespannte Gesichter. Erst einmal Sorgen nehmen; erklären, dass von anderen Schulen hohe Falsch-Positiv-Raten berichtet wurden und dass es nicht so schlimm ist, wenn der Test positiv ausfallen sollte. Klarheit verschafft dann ja erst ein richtiger PCR-Test. Dann einmal die Prozedur theoretisch erklären, währenddessen erst einmal selbst herausfinden, was in welchem Beutelchen ist, und welcher Wattebausch wie lange worin gerührt werden muss. Wenn man es einmal gemacht hat, ist es nicht so kompliziert, aber das Ganze mit 13-15 Personen parallel fehlerfrei zu machen, ohne dass man verwendbares Anschauungsmaterial zur Demonstration hat, das ist schon etwas umständlich. Denn Vorführen durften wir Lehrer den Test nicht, der ist nur für die Schüler:innen und exakt auf die Anzahl der Schüler:innen abgezählt.

Klasse 7 kommt mit dem Test gut zurecht. Weniger erfreulich war die Erkenntnis, dass man für den Test die Maske abnehmen muss (logisch), dann aber viele Schüler:innen sehr heftig mehrmals niesen mussten, nachdem sie sich das Stäbchen in die Nase gesteckt hatten. Irgendwie auch logisch, aber genauso auch not amusing, wenn man nun ein ganzes Jahr lang jedes kleinste Aerosol zu vermeiden gelernt hat. Ein Mangel an Aerosolen herrschte nicht im Klassenraum.

Die Prozedur hat mindestens eine Stunde gedauert, aber nach den Osterferien wird’s dann schon bedeutend schneller gehen, denke ich.

Immer wieder freitags…

Wie immer erfuhren wir es aus den Medien: Ab nächstem Montag dürfen Schüler*innen der Klassen 1-7 in den Präsenzunterricht kommen, müssen aber nicht. Ab Klasse 8 gilt Distanzunterricht.

Als die Info hart bei uns aufschlug, war der Unterricht schon gelaufen. Wie jedes verdammte Mal hat unsere Landesregierung bis zum allerletzten Moment gewartet, um sich dann für die schlechtestmögliche Lösung zu entscheiden. Ich muss sagen, dass ich wirklich wütend über diese Entscheidung und vor allem über den Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung bin!

Während Frau Gebauer die ganze Woche lang eine harte Linie gegen die Empfehlung der Leopoldina fuhr und ein Aussetzen der Schulpflicht ausschloss, fand dann heute eine 180-Grad-Wende bei semantischem Winkelzug statt: Während der Unterricht noch lief, verkündete man im Bildungsministerium ein Aussetzen der Präsenzpflicht mit den oben genannten Regelungen. „Präsenzpflicht„ ist ja nicht gleich „Schulpflicht“. Toll, da ist man ja mal wirklich hart bei seiner Linie geblieben! De facto ändert sich dadurch wenig.

Aber wunderbar! Dann komme ich am Montag in die Schule und habe dort vermutlich maximal drei Kinder pro Klasse sitzen, die ich präsent unterrichten soll – und nebenher warten die 23 restlichen Kinder zuhause darauf, dass ich mich per Videokonferenz melde, ihnen Distanzaufgaben schicke und mich ihren Ergebnissen widme. Das bedeutet doppelte Arbeit, doppelten Zeitaufwand und Fahrtzeiten, die man sich mit einem vollständigen Schließen der Schulen hätte sparen können.

Und warum in Gottes Namen wurden und werden all diese Entscheidungen immer! erst! freitags! kommuniziert? Geht es nicht auch am Donnerstag? Dann hätten Schulen im Großen und Kleinen wenigstens 24 Stunden Zeit, um noch einmal alles vorzubereiten! Denn – ja! – es werden wieder Kinder ihre Bücher in der Schule „vergessen“ und vergessen haben! Lehrer hätten Kinder ein letztes Mal face to face auf langfristige Aufgabenstellungen vorbereiten können, hätten noch einmal checken können, ob alle auf die Lernplattform kommen, hätten Probleme mit digitalen Endgeräten lösen können, hätten abfragen können, wer ab Montag nicht mehr kommen wird usw. usft.

Pustekuchen. Pünktlich freitags um 11.00 Uhr wird so etwas gottgleich in die Medien geblasen. Ich bin wirklich sauer!

Nachtrag

In den Kitas wälzt die Regierung ebenfalls die Verantwortung auf die Eltern ab. Das ist einfach unglaublich.

Schnattern.

Ich bin wirklich keine Frierhippe, aber seit die Temperaturen doch deutlich dezemberliche Tiefpunkte erreichen, stehe ich schnatternd in einigen Klassenräumen und erwäge ernsthaft, mit Mantel in den Unterricht zu gehen. In einigen Klassen haben Eltern Decken organisiert, in allen Klassen sitzen Schüler*innen mit Mützen, Schals und dicken Jacken. Die Schüler*innen, die an den Fenstern sitzen, trifft wirklich ein hartes Los und ich stehe etwas ratlos vor der Frage, was wir wohl machen sollen, wenn es mal richtige Minusgrade gibt?

Schon im Sommer war das Lüften bei offener Klassentür eine zwiespältige Angelegenheit: Zum einen wegen des Krachs vom Flur her, zum anderen wegen des Krachs von der Straßenseite her, wo ein nicht unbeträchtlicher Straßenlärm herrscht, aber auch Bauarbeiten oder Rasenmäher ihre Dienste geräuschvoll kundtun. Wenn dann Schüler*innen durch Masken hindurchnuscheln, dann entsteht schnell Frust, wenn man oft wiederholen soll.

Hoffen wir, dass die Impfungen uns die Lösungen bringen werden, die wir uns von ihnen versprechen.

Keine Ausbreitung von Corona

An allen Bielefelder Schulen, wo es direkt nach Ferienende zu frühen Corona-Fällen kam, konnte sich Corona nicht weiter ausbreiten. Das spricht für die aktuell durchgeführten Hygienekonzepte, so nervig das Masketragen auch ist. Zum Glück wird es nun kühler.

Start 2020

Anstrengend. Vielfältige Herausforderungen. Viele Aufgaben. Corona wirkt digital nach. Das wird ein sehr intensives Schuljahr, das ist gewiss.

Die Schülerinnen tun mir sehr leid, denn bei diesen Temperaturen den ganzen Tag eine Maske tragen zu müssen, ist wirklich schwer zu ertragen. Als Lehrer darf ich sie am Pult abnehmen. Und wieviel Ton durch so ein kleines Stück Stoff verloren geht! Für eher leise Schülerinnen werden das unangenehme Zeiten, weil viel nachgefragt werden muss. Dazu sollen die Fenster offen sein, was wunderbaren Bau- und Straßenlärm in den Klassenraum trägt. Poltert dann noch jemand bei offener Klassentür über den Flur oder trägt lautes Schuhwerk, dann hat man einen wunderbaren Lärmteppich, auf dem jede Schüleräußerung schnell verloren geht.

In meiner Klasse haben heute aber alle super durchgehalten! Hoffen wir, dass es so weitergeht.

Homeschooling.

Nachdem mir der (meinen Feedreader schon lange fütternde) Buddenbohm ein unerwartetes Besucherhoch beschert hat, verweise ich einmal bescheidenerseits zurück. In seinem Beitrag „Warum auch immer“ beschreibt Maximilian Buddenbohm den Umgang mit dem Ansprüchen während der Zeit des Homeschoolings:

Um dieses elende Homeschooling ein wenig konstruktiver anzugehen, haben wir etwas umgestellt. Es gibt bei mir jetzt für Sohn I meistens nur ein Fach pro Tag, das geht viel besser so. Die Schule sieht das tendenziell etwas anders, (…). Wenn die Schule da also etwas anderes will – bitte hinten anstellen, es ist schlicht eine Prioritätenfrage. Ich mache es so, wie es uns passt. Und nein, die Tage sind natürlich nicht alle gleich lang auf diese Art. Warum sollten sie es auch sein, ich weiß ja nicht einmal, welcher Wochentag überhaupt ist.

Ich habe eine ganze Menge gekürzt und es folgt noch mehr, also gerne einmal rüber und weiterlesen. Aber ich bin schon bass erstaunt über die Ansprüche der buddenbohmschen Schule, die anscheinend am Tagesablauf der Familien herummäkelt, die doch genug damit zu tun haben, sich zu organisieren und die Tage zu strukturieren. Nur ein Fach pro Tag ist eine prima Idee, finde ich.

Und wie das so urplötzlich ausgerechnet von den Schulen geforderte Onlineseinmüssen die Ansprüche an Unterricht verändern wird, warum das ersehnte Ende des Kontaktverbots sich in Schule ganz schnell sonderbar „oldschool“ anfühlen wird, das liest man am besten bei Buddenbohm selbst. So schön wie der können das nämlich nur wenige.

Unterricht digital nach Lehrplan

Auch beim Buddenbohm gefunden: In dem schönen Kleinstädtchen Arnsberg mitten im Sauerland gibt es genau zwei Gymnasien. An dem, das verlinkt ist, weil es seinen Unterricht digital nach Lehrplan durchzieht, habe ich nicht mein Abitur gemacht (ich war an dem hier…). Am Laurentianum sieht das dann so aus:

Das Unterrichtsangebot beginnt um 7.40 Uhr, Pausenzeiten bleiben und es geht dann bis 16.00 Uhr. Es ist eine Mischung aus SchulApp-Begleitung, Webinaren und Projektarbeit.

Das wirkt nun auch etwas schräg und aufgesetzt, wenn ich ehrlich bin, aber wer weiß – vielleicht ist das auch super. Für die Lehrer stelle ich es mir so ad hoc sehr stressig vor. Ich überbrücke ja gerade viel mit (m)einem Moodle und muss feststellen, dass wirklich eine große Menge an Zeit für das Gestalten von Material draufgeht. Dazu kommt dann auch noch die digitale Rückmeldung an die Schülerinnen. Letztere würde ich im Unterricht teilweise im Vorbeigehen erledigen („Schau mal da, beachte dieses, formuliere das anders, lies noch einmal die Aufgabenstellung etc.“) oder vielleicht sogar der Klasse gesammelt als Rückmeldung geben, mit ihr problematisieren, die Sinnhaftigkeit anderer Lösungswege diskutieren und so weiter. Nun gebe ich zu jeder Aufgabe eine individuelle schriftliche Rückmeldung und das frisst unfassbar viel Zeit. Ich bin gerade ganz froh, dass bei einer Klasse die Anmeldemoral weniger gut ausgeprägt ist, sodass ich in den anderen überhaupt hinterherkomme – denn das restliche Lehrerleben läuft ja auch für uns normal weiter.

Virtuelle Morgenkreise

Richtig gut gefiel mir auf den ersten Blick dieses von Patrick Brauweiler vorgestellte Konzept, das natürlich auf eine vorhandene Basis von Ausstattung und Einübung zurückgreifen kann. Mit einer Art virtuellem Morgenkreis zu beginnen und dann mit den Schülerinnen zu überlegen, wie man den Tag strukturieren möchte, das ist doch eine schöne Idee, die genug Raum für eine individuelle Tagesgestaltung lässt.

Neue Abiturtermine 2020

Nach den neuesten Informationen auf der Seite des Schulministeriums NRW geht der Unterricht nach den Osterferien wie gewohnt weiter. Neu ist, dass der Termin der Abiturprüfungen nach hinten verschoben wird:

Die Abiturprüfungen 2020 beginnen im Haupttermin demnach am Dienstag, den 12. Mai 2020, und laufen bis Montag, den 25. Mai. Damit verliert der bisherige Zeitplan jegliche Bedeutung und hat sich erledigt.

Das ist zu begrüßen! Weniger schön hingegen:

Durch einen verkürzten Korrekturzeitraum können die Abiturzeugnisse dann, wie vorgesehen, spätestens bis zum 27. Juni ausgegeben werden. Um die Lehrerinnen und Lehrer, die hiervon stark betroffen sind, bestmöglich zu unterstützen, werden wir versuchen, die besonders korrekturintensiven Fächer möglichst am Beginn der Klausurphase zu terminieren.

Das wird für die Kolleginnen sehr stressig, denn irgendwann müssen ja alle Korrekturen an den Zweitkorrektor weitergegeben werden und die Kolleginnen müssen ja parallel dann auch die mündlichen Prüfungen vorbereiten.

Der Brückentag an Christi Himmelfahrt wird gestrichen und die mündlichen Abweichungsprüfungen, die es im nächsten Schuljahr sowieso nicht mehr geben soll, werden ausgesetzt. Das nimmt etwas Druck aus dem Terminkessel.

Wie Schulunterricht unter den Bedingungen von Corona aussehen soll, das mag sich mir noch nicht so recht erschließen, aber warten wir erst einmal bis zu den Osterferien ab, wie sich die Lage entwickelt. Aktuell fände ich das doch sehr gruselig, mich mit über 1100 Menschen jeden Tag auf engem Raum zu tummeln.

Ausnahmezustand

Absoluter Ausnahmezustand. Seit einer Woche starre ich fast nur auf den PC-Bildschirm und leiste technischen Support, leite Datenschutzanfragen weiter und komme kaum dazu, meine SchülerInnen mit Aufgaben zu versorgen. Eigentlich wollte ich korrigieren und ganz in Ruhe Aufgaben für meine Klassen vorbereiten, stattdessen fliegen auf allen Kanälen Nachrichten herein, heraus, manche auch nur herum. Alles das, was zuvor konzeptionell im Großen nicht geleistet wurde, obliegt nun jedem Einzelnen: Manche werden eine PDF rausschicken und sich entspannt zurücklehnen, während andere sich bemühen, ihren SchülerInnen möglichst umfangreich zur Verfügung stehen zu können. Datenschutzgrenzen weichen auf, KollegInnen suchen sich nun eigene Lösungen. Der auf Leitungsebene oft befürchtete „Wildwuchs“ bricht sich nun Bahn. Jetzt, am Wochenende, entspannt sich die Lage etwas. Wer nun online unterrichtet, dem empfehle ich die in Herrn Raus aktuellem Beitrag eingebettete Grafik „Mach es so, nicht so!“.

Gleichzeitig wird in dieser Situation schmerzlich klar, dass Digitalität nicht nur eine nette Spielerei für Fototermine und an Tagen der offenen Tür darstellt, sondern eine durchaus krisentaugliche Lösung ist. Dass Wegducken nicht funktioniert. Das, was nun in den verschiedenen Schulen, von verschiedenen KollegInnen digital geleistet wird, wird nach Corona nicht einfach wieder verschwinden können. Wenn es jetzt möglich ist, SchülerInnen digital mit Aufgaben zu versorgen, Videokonferenzen abzuhalten und unter Umständen sogar richtigen Unterricht über Onlinemedien stattfinden zu lassen, warum sollte das alles nach Corona nicht mehr funktionieren? Die Schulträger werden sich schnell bewegen müssen, alleine schon, weil Corona uns vermutlich nicht so schnell loslassen wird.

24/7-Betreuung in NRW

Ab Montag sind alle Lehrer in NRW auch dazu angehalten, in den Osterferien und an allen Wochenenden für eine Betreuung der SchülerInnen zu sorgen, deren Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten. Ich finde, das ist das richtige Zeichen für diese Eltern und das Mindeste, was wir an Solidarität leisten können. Außerdem: Klopapier hat es dort in Hülle und Fülle!

Entwicklungen.

Den ersten Beratungstag des Schuljahres absolviert. Zuvor abfotografierte Mitteilungen an die Eltern helfen dabei, leicht die Deutungshoheit zu behalten, wenn Kinder hartnäckig leugnen, dass der (gemeine, sich fiese Behauptungen ausdenkende) Lehrer ihnen schon mehrere Mitteilungen mit Terminvorschlägen oder Bitten um Unterschrift eingetragen hätte. Es war mir ein Vergnügen, das ohne große Diskussion widerlegen zu können.

Auch in puncto Schulentwicklung bleibt das Schuljahr mehr als spannend: Im Bereich der digitalen Medien holt unsere Schulleitung nun vieles nach, was jahrelang zuvor liegen geblieben ist (bleiben sollte?). Umso intensiver wird nun die Nacharbeit.

Auch die Lehrerratsarbeit spart nicht mit immer neuen Herausforderungen. Neben dem „Alltag“ sind gerade diverse Schulstandorte ein riesengroßes Thema, zu dem ich hier ungerne schreiben mag, andererseits damit Bildschirmseiten füllen könnte. Die lokale Presse ist schon dabei, die lokale Politik involviert und ich habe im Kontext dessen zum ersten Mal eine Sitzung der Bezirksvertretung besucht. Das ist wirklich graswurzeligste Demokratie und jeder Bürger sollte wissen und genauestens informiert sein, dass es das gibt und wie man sich dort einbringen kann (Spoiler: Es gibt ein Open Mic für alle!). Da kann man sich ganz einfach aktiv einbringen und seinen politischen Vertretern bei Bedarf auf die Füße steigen. Das war mir (und vielen anderen) vorher auch nicht klar und ich frage mich, warum diese schlichteste Möglichkeit der aktiven politischen Einflussnahme so wenig Beachtung bekommt.

Aber ich war bei den Herausforderungen der Lehrerratsarbeit. Die Stundentafel für das mittlerweile aktive G9 ist eine andere. Für uns als Ganztagsschule stellt sich insbesondere die Frage, wie wir den Ganztag unter G9 gestalten wollen und es böten sich ja durchaus viele Chancen: So könnte man den Ganztag zeitlich etwas kürzen, Lernstundenbänder einrichten, AG-Bänder einrichten, Nachmittagsstunden flexibilisieren, Klassenprojektstunden durchgängig einführen usw. usft. Andere sehen die Chance, statt eines Doppelstundenmodells besser ein 60-Minuten-Modell einzuführen und den Unterrichtsschluss etwas nach vorne zu verlegen. Und jede Idee stößt auf Zustimmung, aber im Gesamtpaket gibt es natürlich immer etwas zu bemeckern.  Wie immer hält jeder seine Idee für die allerbeste, blendet mögliche Probleme geflissentlich aus und ist maximal unzufrieden, wenn sein persönliches Steckenpferd nicht geritten wird. Und da steht man als Lehrerrat ganz ordentlich zwischen den Stühlen. Parallel dazu die erweiterte Schulleitung sinnvoll zu beraten, ist dann schon eine strategische Herausforderung. Aber auch das ist wichtig, und ich denke, dass wir das gut hinbekommen werden!