Die kleine Minna

Eine bezaubernde kleine rothaarige Person, mit einem Patchworkkleidchen und einem Ast im Haar, dazu noch eine märchenhafte Geschichte und das Ganze in einem wunderschön illustrierten Kinderbuch – wer könnte da widerstehen?

Ich habe mich auf Anhieb in die kleine Minna verliebt. Darum unterstütze ich „Die kleine Minna“ bei Kickstarter. Leider fehlt es noch an Unterstützern und es sind nur noch 12 Tage Zeit!

Wer also ein einzigartiges Geschenk sucht, wer immer schon einmal eine Erstauflage in der Hand halten wollte, wer tolle Illustrationen liebt und sich gerne überraschen lässt, der sollte sich auf die kleine Minna einlassen und ihr auf Kickstarter ihre Reise ermöglichen.

Melvin, mein Hund und die russischen Gurken (plus Zeilometer)

Ich bin ja gerade äußerst begeistert von der Kurzgeschichtensammlung „Melvin, mein Hund und die russischen Gurken“ der jungen Autorin Marlene Röder. Wer frische Kurzgeschichten für die Mittelstufe sucht, die sich mit jugendlichen Umbruchssituationen auseinandersetzen, dabei nicht aufgesetzt jugendlich wirken und schöne Anlässe für literarische Gespräche bieten, der sollte sich den Band auf jeden Fall einmal anschauen.

Das Tolle an den achtzehn Kurzgeschichten ist, dass jede einzeln geschlossen für sich betrachtet werden kann, aber immer auch über die Figuren Anknüpfungspunkte zu anderen Kurzgeschichten bietet. So erlebt der Leser eine Kurzgeschichte aus der Perspektive eines stehlenden Mädchens, das aus Angst vor dem sozialen Abstieg und Gruppendruck mit einer Freundin Kleidung stiehlt, um in einer anderen Kurzgeschichte in einer anderen Situation quasi nebenbei die überraschende Sicht dieser Freundin auf das stehlende Mädchen zu erfahren.

Das bindet Marlene Röder dem Leser aber nicht auf den Bauch, erst mit der Zeit bemerkt man, dass (fast?) alle Figuren wieder irgendwo in anderen Geschichten auftauchen, sodass man sich beim Lesen irgendwann unweigerlich die Frage stellt, welche Bezugspunkte man zu anderen Geschichten herstellen kann. Intertextualität und Perspektivität zu erklären, ist so ein Leichtes und erledigt sich fast schon nebenher beim Lesen.

Thematisch bewegen sich die Geschichten zwischen erster Liebe, der eigenen Position in der Clique, der Auseinandersetzung mit dem eigenen Äußeren, (Homo-)Sexualität, dem Wandel von Freundschaft, der ersten Party oder dem Abschied von Freunden – und bietet so einen breiten Zugriff auf die Lebenswelt jugendlicher Leser, was sie für den Deutschunterricht nahezu prädestiniert. Eine nette Abwechslung zum Kurzgeschichten-Einheitsbrei -Kanon, der dann meist  Zeiten thematisiert, als Telefone noch Wählscheiben hatten und in denen merkwürdige Männer ihre Sorgen vor sich hertragen.

Und falls ein mitlesender (Deutsch-)Lehrer eine Vorlage für ein Zeilometer für „Melvin, mein Hund und die russischen Gurken“ braucht, dann kann er sich dieses gerne hier herunterladen. Ein schickes Bild für den oberen Teil des Zeilometers muss sich allerdings jeder selber suchen (leider nur als PDF-Datei, WordPress mag das Pages-Format nicht).

Download – Zeilometer für Melvin, mein Hund und die russischen Gurken

Soldaten bei der Bundeszentrale

Als ich vorgestern auf Google+ nach Lesetipps für die Ferien fragte, erinnerte mich Lisa mit ihrer ersten Antwort an den erst kürzlich erschienenen Neitzel/Welzer-Band „Soldaten“. In diesem gehen die Autoren, basierend auf geheimen Abhörprotokollen aus der Zeit des 2.Weltkriegs, der Frage nach, wie Kriegsgefangene ihr Handeln im Krieg bewerten und kommen, folgt man der Rezension der FAZ, zu dem Ergebnis, dass es nicht allzuviel besonders Nazi-Spezifisches im Handeln der deutschen Soldaten gegeben haben mag. Ich werde mir demnächst ein eigenes Urteil bilden, denn bei der Bundeszentrale für politische Bildung bekommt man den Band für 4,50€ statt der 22,95€ im Einzelhandel. Ist dann aber nicht so hübsch eingebunden…

Literaturcomics und Lesestoff für die Ferien

Okay, mit diesem Beitrag beende ich offiziell die „Rau-Wochen“, aber jetzt muss es noch einmal kurz sein: Nicht nur unterrichtsmethodisch, sondern auch den Lesestoff betreffend habe ich mich von Herrn Rau inspirieren lassen und mir vorgestern „Tschick“ bestellt, das sich jetzt schon sehr schön hat anlesen lassen. Perfekte Frühlingswetterlektüre, da freue ich mich auf den sonnigen Balkon!

Und als ich gerade bei Amazon stöberte und darüber nachdachte, wie man schwere Kost wie Buddenbrooks leichter verdaulich servieren könnte, fiel mir ein, dass es auch Literaturcomics gibt, nach denen ich mal gucken könnte. Und bei dieser Suche bin ich auf die „100 Meisterwerke der Weltliteratur“ gestoßen, einem Band, dessen Clou es ist, dass eben 100 Meisterwerke der Literatur von unterschiedlichen Comiczeichnern auf je einer Comicseite á 8 Bildern dargestellt werden.

Das führt zu unterschiedlich guten Ergebnissen, Buddenbrooks kann man trotz seiner Länge gut wiederfinden, die Blechtrommel bleibt sehr symbolhaft und die Bibel wird mir in Comicform ein ewiges Rätsel bleiben. Einige Comics sind wirklich toll gelungen (z.B. der Comic zu „Jugend ohne Gott“), andere wirken eher bescheiden. Didaktisch kann man diese Comics vielleicht für Einstiege nutzen, um das Textverständnis zu erfragen oder auch, um Reflexionsphasen anzuregen, indem man diskutiert, ob der Comic überhaupt das Wesentliche darstellt, oder ob man alternative Comics zeichnen könnte.

Und damit auch alle etwas davon haben, habe ich eine Box aus einem Comic eingebunden, um ein (wieder einmal leichtes) Rätsel zu stellen: Um welches Meisterwerk der Weltliteratur handelt es sich?

Uff. Wir schwitzen uns den Ferien entgegen

Junge, ist das heiß! Heute einen Wandertag absolviert. Ins Freibad. Großartig. Unterrichtsverteilung ist halbwegs klar. Endlich ein Geschichtskurs in der Oberstufe, daneben eine 12 in Deutsch. Freue mich auf die Vorbereitung. Und wo ich gerade dabei bin: Hat jemand ein paar gute Literaturtipps für die Zeit von 1500 bis 1800? Renaissance, Reformation, Aufklärung etc.?

Bin in Eile. Klebe gleich am Stuhl. Wünsche ein erfrischtes Wochenende!

Pasteten statt Bachmann

Die alljährlichen Bachmannpreistage sollten ja eigentlich ein Pflichttermin für literarisch Interessierte sein, aber… puuuh… ich ertrage es einfach nicht, wenn gute Texte mit großem Fleiß schlecht gelesen werden. Dazu noch vom Autor selbst! Da graust es mir, da muss ich wegschalten. Viel besser ist das Vorlesenkönnen zuletzt in der Uni Bielefeld Jan Wagner gelungen, der Worte zu beeindruckender Lyrik verdichtet. Ich empfehle also statt langweiligen Fernsehertragens lieber „Achtzehn Pasteten“. Köstlich!

Kurzschluss

Wilhelm von Humboldt hat uns über die Süddeutsche einen offenen Brief zukommen lassen. Der arme Tropf, niemand wird ihn ernstnehmen, sind wir doch soeben fleißig dabei, ihn abzuschaffen.

Bei Mandy entspinnt sich eine Diskussion über die fehlende Bereitschaft von Lehrern, das Internet und Web2.0-Dienste im Unterricht einzusetzen. Sind es die strukturellen Bedingungen, mangelnde Kompetenz der Lehrkräfte oder ganz andere Gründe? Vielleicht kann ja jemand der erfahreneren Mitleser Sinnvolles beisteuern? (via e-Denkarium)

Hmmm… mehr Humboldt durch Web2.0? Wäre doch mal ’n schöner Kurzschluss, dem zu folgen sich lohnen könnte…

Dai Sijie

Aufgrund nervender Firefox-Abstürze mit Profiltodesfolge jetzt noch einmal kurz der heute im Seminar empfangene Literaturtipp:

Dai Sijie: Balzac und die kleine chinesische Schneiderin.

Weiterhin überlege ich mir, die Literaturtipps permanent in die Seitenleiste zu verbannen, denn solche inhaltsleeren Schnipsel taugen nichts für die Hauptseite.

Neue Kategorie

Im wilden Wust meiner Kategorien präsentiere ich heute eine endlich einmal sinnvoll gewählte Kategorie: Literaturtipps. Hier werde ich in Zukunft alle Literaturtipps sammeln, die mir in der Schule oder im Seminar begegnen. Die meisten im Studium gesammelten dürften ein karges Leben in irgendwelchen Kladden fristen, mein Blog wird ihnen, zumindest in Zukunft, zu einem sinnvollen Leben verhelfen.

Und zum Start merke ich mir:

Merseburger, Peter: Mythos Weimar.

Empfohlen vom Fachseminarleiter Deutsch.