Demokratie und Erziehung

Ich wollte schon länger etwas zu diesem Thema schreiben. Schon lange darauf hingewiesen haben, dass sich die Impulse aus den USA in punkto Bildung nicht auf Verwirtschaftlichung, Rankings oder Elite reduzieren, sondern dass es schon seit knapp 100 Jahren eine Tradition gibt, Schule als Bildungsstätte der Demokratie zu sehen. Und zwar nicht nur beschränkt auf ab und an mal Schülervertretung wählen und beizeiten mal ein Zettelchen in die Urne schubsen, sondern bezogen auf das ganze Schul- bzw. Bildungsumfeld der Auszubildenden. Ich brauche mich nicht mehr daranzusetzen, denn heute hat es jemand (viel besser als ich es aktuell gekonnt hätte) schon gemacht:

Gero Lenhardt räumt in seinem Artikel in der Süddeutschen mit Vorurteilen gegenüber dem amerikanischen Bildungssystem auf, und deckt im Gegenzug die blinden Flecke der hierzulande starken Selektions- und Leistungsapologeten auf. Während die Idee, die John Dewey in "Demokratie und Erziehung" schon vor knapp 100 Jahren propagiert hat, anderswo umgesetzt wird, diktiert hierzulande immer noch ein Schulsystem, das aus preußischen Zeiten die Teilung der Gesellschaft in drei Klassen widerspiegelt. Es ist also im Prinzip kein Wunder, wenn UNO-Menschenrechtsbeauftragte unser Schulsystem inspizieren und die Glocken des schiefen Turms von PISA in deutschen Ohren dröhnen.

Und es ist fraglich, ob Pseudoverwirtschaftlichung und Studiengebühren uns dabei hilfreich sind.

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