Kleine Freude.

Da bald die Masern-Impfpflicht in Kraft tritt, ist es umso erfreulicher, dass ich meinen Impfpass wiedergefunden habe! Dann muss ich wohl doch nicht zum Doc…

Wanzen.

Bin nun schon seit einigen Jahren Mitglied des Lehrerrates und habe durchaus erlebt, dass man uns Lehrerräten seitens der Schulleitung in unserer Funktion ein gewisses Misstrauen entgegen bringt. Dabei sind wir ganz nett, fast handzahm und beißen gar nicht, gleichwohl unsere Funktion bedingt, dass wir Vieles anders betrachten als Schulleitungen. Dass Lehrerräte und Schulleitungen darum manche Sachverhalte unterschiedlich bewerten – geschenkt. Dass Lehrerräte und Schulleitungen nicht immer im Konsens auseinandergehen – geschenkt. Dass beide Perspektiven verlangen, dass man mal die ein oder andere Kröte schlucken muss – geschenkt.

Dass eine Schulleitung jedoch die Räumlichkeiten des Lehrerrates gleich verwanzt, das ist dann doch ein wenig zu viel des Guten. Mann, Mann, Mann, was für ein Control-Freak muss man sein…?

Serverumzug.

Und dann ging es doch ganz schnell: Nach einer kurzen Anfrage, ob man meinen Blogs zuliebe eine bestimmte PHP-Einstellung ändern könne, zog meine gesamte Webpräsenz auf einen anderen Server. Ärgerlicher- und unverständlicherweise hatte ich den Zeichensatz der Datenbank dieses Blogs in der ganzen Zeit noch auf „latin1_swedish_ci“ stehen, was dazu führte, dass gestern alle Sonderzeichen falsch wiedergegeben wurden.

Ich verbrachte also einen Gutteil meines Sonntags damit, die MySQL-Datenbank sowie einzelne Tabellen auf UTF8 umzustellen und musste dabei teilweise auch „von Hand“ ran. Leider kann ich mir nicht sicher sein, alle Sonderzeichen erwischt zu haben, sodass es durchaus noch zu Unstimmigkeiten kommen kann. Im Backend sehe ich noch, dass manche Tabellen von UTF8 verschont geblieben sind. Total doof, glücklicherweise waren alle anderen Sites schon auf UTF8 umgestellt. Weiß der Geier, warum ich dieses Blog nicht angepasst habe?!

Wie auch immer: Das Netz hilft. Leider hatte ich meine Rettungsaktion schon begonnen, als ich einen Beitrag von Herrn Rau fand, der sich schon einmal demselben Problem stellen musste. Vermutlich wäre sein Lösungsansatz schneller gegangen und es wäre sicher, dass alle Zeichen ersetzt worden wären, aber ich war leider schon auf einem anderen Weg. So änderte ich per PhpMyAdmin alle Kollationen der Datenbank auf UTF8, was mir aber noch nicht dabei half, die dort falsch gespeicherten Zeichen zu ersetzen. Dazu fand ich Hilfe auf dieser Website, wo ich mir das Script ausborgte und auf meine Bedürfnisse hin anpasste. Ich poste es einmal hier, falls irgendwer außer mir (im Jahr 2020 🙄) diesem Problem noch einmal begegnen sollte (und nicht bei Herrn Rau geguckt hat).

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Adios Twitter

Nach 13 Jahren ist mein Twitter-Account endgültig Geschichte. Nie wieder @Hokeys.

Adios, Twitter.

Als hätte es Nokia nie gegeben.

Man mag es kaum glauben: Mehr Uhren von Apple als von der Schweizer Uhrenindustrie.

Unglaublich ist dabei weniger die Tatsache an sich, als dass immer wieder ganze Branchen die Digitalisierung vollkommen verschlafen. In meiner Phantasie ist „die Wirtschaft“ dem System Schule ja immer eine bis zwanzig Nasenlängen voraus, aber offensichtlich gibt es auch da genug Schnarchnasen, die die Veränderung unseres Lebens durch digitale Medien trotz aller Menetekel allzu lange nicht wahrhaben wollen. Und wenn der Zug dann ohne sie weitergefahren ist, dann ist er leider (oder: berechtigterweise) für immer weg. Als hätte es Nokia nie gegeben.

Für die Schweizer Uhrenmarken schließe sich das Zeitfenster für Smartwatches, folgern die Analysten. „Für Swatch, Tissot, TAG Heuer und andere könnte die Zeit knapp werden“.

Swatch ist allen Älteren ein Begriff: Wer in den 90ern keine trug, der war schwer out. In meiner fünften Klasse sitzen durchaus schon einige Kinder mit echten Apple Watches oder ähnlichen Produkten. Mit der verpassten Digitalisierung verlieren Swatch, Tissot & Co. nun eine ganze Generation, die nicht mehr nur auf ein bloß buntes Ziffernblatt starren will. Wie viele junge Manager haben wohl in den Firmen für neue Produkte in einer neuen Zeit geworben und sich im Kampf gegen eine etablierte Führung aufgerieben?

Cornelsen & Co. sind mir als Schüler schon immer ein Begriff gewesen; noch sicherer als die Swatch am Arm war irgendwo ein Cornelsenklett in der Schultasche. Und trotz aller Langsamkeit holen wir Schulen die verlorenen Nasenlängen wieder auf – und die noch etablierten Verlage müssen sich ernsthaft überlegen, wie sie Produkte an Schulen platzieren wollen, die über kurz oder lang in großen Teilen oder wenigstens im Wesentlichen digital arbeiten wollen.

Es ist ja nicht so, als hätte es Nokia nie gegeben.

Verb-Endstellungsmodell

Da eine Referendarin in Kürze meinen Unterricht übernehmen wird und ich sie gut beraten möchte, habe ich mir nach längerer Zeit mal wieder meine gute alte Deutsch-Didaktik aus dem Schrank gezogen. Und wie das beim Stöbern oft so ist, stößt man währenddessen auf ganz andere Dinge.

So begegnete mir zum ersten Mal im Kontext des Satzbaus die Idee, das Verb nicht prototypisch von seiner Position an der zweiten Stelle im Hauptsatz aus zu denken (und zu unterrichten), sondern eher den anderen Fall, die Klammerstruktur, als den Normfall zu betrachten. Das scheint mit einigen Problemen aufzuräumen, aber langsam. Zunächst ein Beispiel für die typische Vorgehensweise (hier dem Deutschbuch 5, Auflage 2011, von Cornelsen entnommen):

Der Kern des Satzes ist das Prädikat (Satzaussage). Prädikate werden durch Verben gebildet. In einem Aussagesatz steht die Personalform des Verbs immer an zweiter Satzgliedstelle:

Oft zeichnen Piraten eine Schatzkarte. So finden sie später ihre Beute.

(DB 5, S.255, Hervorhebungen im Original)

Das ist leicht zu merken, trifft aber leider nur auf manche Sätze zu. Sobald man sich komplexerer Satzstrukturen oder Zeitformen bedient, die eine Klammerstruktur erfordern, ist es schnell hinüber mit der leicht verständlichen Zweitposition des Verbs 1:

Die vermeintliche Zweitposition

Die Zweitposition ist nämlich nicht unbedingt der Regelfall:

Wenn man das bspw. das Perfekt verwendet, muss man auf eine Klammerstruktur zurückgreifen:

Es ist auf einen Sieg der Arminia hinausgelaufen.

Auch in einfachen Zeitformen muss geklammert werden, wenn man trennbare Verbformen verwendet:

Es lief auf einen Sieg der Arminia Bielefeld hinaus.

Der Gebrauch von Modalverben leistet ebenfalls der Klammerstruktur Vorschub:

Es sollte auf einen Sieg der Arminia Bielefeld hinaus-
laufen.

Erklärt man Schüler*innen erst im Nachhinein die Prädikatsklammer, so können sie durchaus noch nachvollziehen, dass auch hier das flektierbare Verb an zweiter Stelle steht, jedoch fällt es vielen sichtlich schwerer, eine Klammer als solche überhaupt zu erkennen.

Völlig verwirrend ist die Regel mit der Zweitposition dann, wenn vorangestellte Nebensätze ins Spiel kommen:

Weil XY so laufstark agierte, lief es auf einen Sieg 
der Arminia hinaus.

Das flektierbare Verb befindet sich nun gar an der ersten Position im Hauptsatz. Ich gebe meinen Schüler*innen darum immer den Hinweis, dass das flektierbare Verb im Hauptsatz immer vorne steht.

Die Klammer als der Regelfall

In meiner alten Didaktik 2 plädiert Angelika Steets unter Bezug auf Eduard Haueis darum dafür, „die Satz- oder Verbklammer als Regelfall und nicht als Sonderfall zu betrachten“ (S.221). Bei einteiligen Verbformen solle der rechte Rand der Klammer dann als „nicht sichtbar besetzt“ (ebd.) betrachtet werden. Zur Klammer gehören dann auch die Konjunktionen oder andere einleitende Ausdrücke wie „(…) weil XY so laufstark agierte.“

Vorteile dieser Betrachtung seien,

  • dass die Prädikatsklammer nicht später erneut eingeführt werden müsse.
  • dass diverse Möglichkeiten zur sprachreflexiven Auseinandersetzung gegeben seien (Wie funktioniert der Spannungsaufbau innerhalb der Klammer? Wieviele Informationen lassen sich sinnvoll im Mittelfeld der Klammer einsetzen? Welche Möglichkeiten zur Entlastung der Klammer gibt es? Etc.).

Lohnenswert?

Ich finde, dass das durchaus lohnenswert klingt. Fraglich bleibt für mich, ob man Kinder im Alter zwischen 10 und 12 Jahren mit abstrakten Strukturmodellen „abholen“ kann. 

Habt ihr das schon mal ausprobiert? Wie geht ihr da vor?

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Appositionen.

Aus einem Übungsheft für Sechstklässler zur Übung der Kommasetzung bei Appositionen:

Appositionen sind substantivische Attribute im gleichen Kasus wie das Bezugswort. Oft ist die Apposition dem Bezugswort nachgestellt; dann wird sie von Kommas eingeschlossen.

Erlösend.

Wenn du seit Freitag keine E-Mails abgerufen hast (weil du das am Wochenende nicht tust und danach dafür schlicht keine Zeit war) und du wider Erwarten die meisten einfach direkt archivieren oder löschen kannst, dann hat das doch etwas Erlösendes.

Anscheinend denkt man nun im weiteren Umfeld über den Einsatz von iServ nach. Da bin ich doch mal gespannt. Von iServ habe ich bislang nur Gutes gehört. Es tut sich langsam ja doch etwas. Vielleicht erwartet uns da auch eine kleine Erlösung…

Kleiner 20er-Lifehack

Lifehack für das Jahr 2020: Wenn man vermeiden will, dass man dusseligerweise aus Gewohnheit „11.1.19“ unter Klassenarbeiten schreibt, dann hilft es, das Jahresdatum vollständig auszuschreiben. Wenn man die „20“ von „2019“ geschafft hat, erinnert man sich dann meist doch, dass das reicht.

Lehrer und Schulerfolg.

Habe heute einen schönen Beitrag bei SWR Wissen gefunden. Bin zwar bislang nur halb durch, finde den Beitrag aber trotzdem schon empfehlenswert. Hinter dem schmucklosen Titel „Wie Schulerfolg von den Lehrern abhängt“ verbirgt sich ein Beitrag, der sich der Rolle des Lehrers endlich einmal nicht verklärend, sondern wirklich realitätsbezogen nähert. Freue mich schon auf die zweite Hälfte.