Wie „Aschaffenburg“ mir einmal kurz den Unterricht sprengte

Dass man in gewissen Klassenstufen als Lehrer vorbereitet sein muss, welche Begriffe in den Texten auftauchen, das ist jedem Deutschlehrer spätestens dann klar, wenn er einmal in einer siebten oder achten Klasse unbedacht das Wort „Satzglied“ verwendet hat oder in ebengleicher Klassenstufe Texte austeilt, in denen unverfänglich scheinende Begrifflichkeiten wie „Teil“, „Fahrradständer“, „Sack“ usw. (die Liste lässt sich nahezu unüberschaubar weit fortführen) aufgeführt sind. Da hilft oft nur pure Ignoranz.

Als ich jedoch heute in meiner 6 die schöne Sage vom Wasserneck austeilte, war mir nicht klar, dass ich damit ebenfalls mittelschwere Tumulte auslösen würde. Wie konnte ich auch bei aller Antizipation, Vorherschau, Erfahrung und Kompetenz auch übersehen, dass sich im Namen der Stadt „Aschaffenburg“ eine wundervolle phonetische Doppeldeutigkeit verbirgt.

Und während die vorlesende Schülerin noch bei „Arschaffenburg“ von mittelschweren Kicherkrämpfen erschüttert wurde, brüllte von hinten links der nächste ein begeistertes „Arsch-Affenburg“ in den Raum, womit die Disziplin fürs Erste völlig außer Kraft gesetzt war. Erst, nachdem alle einmal gemeinsam laut „Arsch-Affenburg“ gesagt hatten, konnten wir den Unterricht wieder aufnehmen.

4 Gedanken zu „Wie „Aschaffenburg“ mir einmal kurz den Unterricht sprengte

    • Kicherfallen in Mathe: Perioden (bei Brüchen). Und als ein Mathelehrer während meiner eigenen Schülerzeit mit uns die Potenzen behandeln wollte, meinte ein naseweiser Mitschüler: „Über Potenz spricht man nicht, die hat man einfach.“

  1. Hach ja… wenngleich manches hierbei etwas arg zu gewissem hinzuschweifen scheint, so ist Aschaffenburg, bei welchem beziehungsweise bei welcher mit einer etwas saloppen Betonung des „Asch“ ein hinzugefügtes „r“ nicht unbedingt notwendig ist, immer einmal wieder ein wunderbar stupender gedanklicher Aufenthaltsort, um, von grimmigen Frostwelten hinwandernd, Allerwertestem in der Manier Äffles des I. zumindest ein kleines bisschen Sonne zu gönnen.
    :’D

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