Privatleben reanimieren

Hrmpf. Immer noch dieser deprimierende Verlag20-Artikel ganz oben. Aber leider ist bei mir zur Zeit Ideenflaute bzw. vielmehr Zeitflaute. Es ist deutlich zu merken, dass die Blogfrequenz in den Ferien ansteigt. Allerdings arbeite ich daran und versuche, mir Freiräume zurückzuerobern. Zum Beispiel habe ich angefangen, wieder zu joggen. Naja, bin erst zweimal gelaufen, aber heute wird es dann wohl das dritte Mal werden. Und eine Rollenspielgruppe scheint sich aufzutun, in der man dann mal tageweise in eine fantastische Welt abtauchen kann, in der keine Schulen und Klassenarbeiten existieren. Und wenn mir irgendein böser Magier einen Stapel Hefte in den Helden-Rucksack stopft, dann werfe ich ihn in den nächstbesten Fluss.

Gegen eine Ideenflaute hilft aber auch der Besuch fremder Schulen. So hat eine kleine Delegation unserer Schule incl. meiner Wenigkeit das Albrecht-Ernst-Gymnasium in Oettingen besucht und ich muss schon zugeben, dass das sehr anregend war. Man öffnet dort peu a peu die Raumstrukturen und kommt dadurch zwangsläufig zu einem offeneren Unterricht, der nicht auf die frontale Tafel ausgerichtet ist. Ähnliches überlegen wir jetzt auch, helfen sollen dabei Elemente des flexiblen Klassenzimmers. Einiges davon verwenden wir schon, wie z.B. Tische und Stühle, über anderes denken wir nach. Das flexible Tafelsystem ist schon nicht schlecht und die Schüler haben immer wieder mal einen Grund, sich zu bewegen. Gerade bei unserem Doppelstundenraster fällt auch mein Unterricht oft viel zu stubenhockerisch aus. Bei so einem Besuch bekommt man nicht übel Lust, gleich mal die ganze Schule umzugestalten.

Naja, ich fange erst einmal im Kleinen an: Neue Ablagesysteme für Elternbriefe und Arbeitsblätter werde ich anschaffen und evtl. den Gardinentrick anwenden, so das bei unseren Wänden funktionieren mag…

(Entschuldigt diesen unzumutbaren Schreibstil, aber ich habe gerade keine Lust, alles umzuschreiben…)

13 Gedanken zu „Privatleben reanimieren

  1. Hach! Jetzt habe ich mir einfach mal aufs Geratwohl ‚eine Sammlung Lovecraft-Geschichten bestellt! Das klingt ja wirklich spannend, auch wenn ich kein ausgewiesener Sci-Fi-Fan bin. Ich mag’s doch lieber fantasymäßig „erdig“ mit umgeschnalltem Schwert und einem Bierhumpen mit dem Zwerg am Abend. (Obwohl ein Zwerg genauso gut ein Außerirdischer sein könnte…)

    • Wiewowas? Du hast noch keinen Lovecraft gelesen? Oh wie schön! Science Fiction ist es auch gar nicht, also irgendwie doch, technisch, weil Horror, aber eben ohne Dämonen und Monster, sondern mit einem einfach sehr nichtmenschlichen Universum. Am meisten SF ist noch das gelobte Mountains of Madness. (Nicht mein Favorit.) Mach dich auf viele Adjektive, allen voran „blasphemisch“ gefasst, und gelegentlich ein bisschen Rassismus. Favoriten: Rats in the Walls, Call of Cthulhu, Pickman’s Model. Vielleicht noch Erich Zann und Dunwich Horror.

      • Nochmal Danke für den wunderbaren Tipp! „Blasphemisch“ wird, glaube ich, bislang von „zyklopisch“ noch getoppt und „Nigger-Man“ ist mir auch schon begegnet.

        Lovecraft liest sich wirklich gut und die Rollenspielvariante habe ich mir auch schon angeschaut.

      • Also, seit du das Zyklopische ins Spiel gebracht hast, fällt mir das immer häufiger auf. Ich höre gerade viel den Lovecraft-Podcast (in chronologischer Folge wird jede Woche eine Geschichte besprochen), lese dazu die Geschichten und höre Hörbücher oder Radiofassungen. Ein Aufsatzband „Four Decades of Lovecraft Criticism“ steht auch im Regal. Vielleicht wird mal ein Seminar für die Oberstufe daraus – nicht über Lovecraft allein, das will ich den Schülern nicht zumuten (und dazu ist sein Wortschatz zu unhandlich), aber doch über Horror.

      • Lovecraft-Podcasts? Das klingt gut! Nimmst du die aus de iTunes-Podcas-Sammlung („The H.P. Lovecraft Literary Podcast“ von Chris Lackey & Chad Fifer) oder hast du eine andere Quelle?

      • Doch, der ist es. Nach anderen Lovecraft-Podcasts habe ich nicht gesucht… ich glaube, dass es noch einige gibt, aber es gibt Dinge, die Man Nicht Wissen Sollte. (Weil man sonst gar keine Zeit für andere Sachen mehr hat.)

  2. Danke für die Tipps! “Call of Cthulu“ und „Rats in the Walls“ sind auch dabei. Das passt mir gerade ganz gut, wo ich auch mal endlich wieder dazu komme, privat etwas zu lesen und nicht nur Abi-Obligatorik und Schullektüren in mich hineinzuschaufeln.

  3. Genau, Hrmpf! Das kenne ich gerade mit der Zeitflaute! Mich ärgert es gewaltig, dass ich im Referendariat nicht zum Bloggen komme! Mir fehlt die Reflexion. Aber irgendwie tröstlich, dass es anderen genau so geht.

    • Ja, das ist ärgerlich. Vor allem muss man „bloggen“ ja von „bloggen“ unterscheiden: Manches will gut bedacht sein, während man anderes mal eher einfach mal ablassen kann. Die richtig schönen Beiträge schafft man dann einfach nicht. (Btw: Ich beneide Herrn Rau um seine lange Reihe zur Normalverteilung…)

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