Mit Kopfnoten ins Pädalithikum

Da sind sie endlich: meine heißgeliebten Kopfnoten, wie man auf einem "Sprechzettel der Ministerin" zum neuen NRW-Schulgesetz nachlesen kann. Dort verkündet unsere Bildungsministerin Barbara Sommer:

Auch die so genannten Kopfnoten – Aussagen zum Arbeits- und Sozialverhalten sowie zum außerschulischen Engagement also, die künftig auf den Zeugnissen in allen Jahrgangsstufen zu finden sein werden, vergrößern die pädagogischen Gestaltungsräume der Lehrer. Das neue Schulgesetz öffnet den Weg dahin.

Fein! Weg frei für das Zeitalter des Pädalithikums! Auf, liebes NRW, zurück in die pädagogische Steinzeit! Zurück zu Kaisers Zeiten, in denen Zucht und Ordnung noch mit dem Rohrstock durchgesetzt werden durften. Nachdem unser drittklassiges dreiklassiges Schulsystem immer noch das Drei-Klassen-Prinzip der Kaiserzeit wiederspiegelt, wird nun die gute alte Kopfnote dem Lehrer als Instrument zur Züchtigung der Schüler an die Hand gegeben. Aber die Reformen müssen weiter geführt werden:

Warum führen wir nicht gleich das Dreiklassenwahlrecht wieder ein oder hängen für das dreckige Pack der ALG-II-Empfänger wieder einen schäbbigen Waggon für die dritte Klasse an die Züge der Deutschen Bahn? Warum wählen wir nicht gleich einen neuen Kaiser? NRW auf dem Weg in die pädagogische Drittklassigkeit…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.