Entwicklungen.

Den ersten Beratungstag des Schuljahres absolviert. Zuvor abfotografierte Mitteilungen an die Eltern helfen dabei, leicht die Deutungshoheit zu behalten, wenn Kinder hartnäckig leugnen, dass der (gemeine, sich fiese Behauptungen ausdenkende) Lehrer ihnen schon mehrere Mitteilungen mit Terminvorschlägen oder Bitten um Unterschrift eingetragen hätte. Es  war mir ein Vergnügen, das ohne große Diskussion widerlegen zu können.

Auch in puncto Schulentwicklung bleibt das Schuljahr mehr als spannend: Im Bereich der digitalen Medien holt unsere Schulleitung nun vieles nach, was jahrelang zuvor liegen geblieben ist (bleiben sollte?). Umso intensiver wird nun die Nacharbeit. 

Auch die Lehrerratsarbeit spart nicht mit immer neuen Herausforderungen. Neben dem „Alltag“ sind gerade diverse Schulstandorte ein riesengroßes Thema, zu dem ich hier ungerne schreiben mag, andererseits damit Bildschirmseiten füllen könnte. Die lokale Presse ist schon dabei, die lokale Politik involviert und ich habe im Kontext dessen zum ersten Mal eine Sitzung der Bezirksvertretung besucht. Das ist wirklich graswurzeligste Demokratie und jeder Bürger sollte wissen und genauestens informiert sein, dass es das gibt und wie man sich dort einbringen kann (Spoiler: Es gibt ein Open Mic für alle!). Da kann man sich ganz einfach aktiv einbringen und seinen politischen Vertretern bei Bedarf auf die Füße steigen. Das war mir (und vielen anderen) vorher auch nicht klar und ich frage mich, warum diese schlichteste Möglichkeit der aktiven politischen Einflussnahme so wenig Beachtung bekommt.

Aber ich war bei den Herausforderungen der Lehrerratsarbeit. Die Stundentafel für das mittlerweile aktive G9 ist eine andere. Für uns als Ganztagsschule stellt sich insbesondere die Frage, wie wir den Ganztag unter G9 gestalten wollen und es böten sich ja durchaus viele Chancen: So könnte man den Ganztag zeitlich etwas kürzen, Lernstundenbänder einrichten, AG-Bänder einrichten, Nachmittagsstunden flexibilisieren, Klassenprojektstunden durchgängig einführen usw. usft. Andere sehen die Chance, statt eines Doppelstundenmodells besser ein 60-Minuten-Modell einzuführen und den Unterrichtsschluss etwas nach vorne zu verlegen. Und jede Idee stößt auf Zustimmung, aber im Gesamtpaket gibt es natürlich immer etwas zu bemeckern.  Wie immer hält jeder seine Idee für die allerbeste, blendet mögliche Probleme geflissentlich aus und ist maximal unzufrieden, wenn sein persönliches Steckenpferd nicht geritten wird. Und da steht man als Lehrerrat ganz ordentlich zwischen den Stühlen. Parallel dazu die erweiterte Schulleitung sinnvoll zu beraten, ist dann schon eine strategische Herausforderung. Aber auch das ist wichtig, und ich denke, dass wir das gut hinbekommen werden!

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