Ächz

Was ein Tag. Neuerdings liebäugele ich mit Serendipity. Boah. Was das alles kann… in meinem Testblog macht es ganz viel Spaß… ganz viele bucklige Leute haben mir das Gerenne zwischen Bahn und Uni mal wieder zur Hölle gemacht (danke Weihnachtsmarkt!)…

…und eine junge unbeherrschte Lehrerin mich belustigt. Sie beaufsichtigte eine gesittete (bedeutet: kein Gebrüll, kein Gedränge, kein Geschubse, kein Geheule) Gruppe Grundschüler, die sie zuvor auf irgendeine Sonderveranstaltung (Schwimmen, Museum, wasweißich) geschleppt hatte. Die Kinder hatten danach Schluss und einige wollten gerne vom Ort der Veranstaltung aus direkt nach Hause gehen. Verständlich, wenn man nur drei Häuser weiter wohnt.

Die junge Dame musste die Kinder aber (mit meinem vollsten Verständnis) zunächst wieder mit zurück zur Schule nehmen – wegen des Versicherungsschutzes. Nun ja, einige Kinder schienen sich darüber beschwert zu haben, wen wundert’s – die jungen Dinger haben noch keinen blassen Schimmer von den engen Ketten des Versicherungsblabla, vom Bürokratengeblabber und vom ganzen Klauselgesülze. Die wunderten sich nur, dass sie die drei Meter nicht nach Hause laufen durften.

Diesen Sachverhalt versuchte die junge Lehrerin der Gruppe zu erklären. Etwa so wie oben von mir geschildert, wenn auch mit schon leicht hysterischem Tonfall und für meinen Geschmack ein wenig zu schnell. Man mag mich für einen Korinthenkacker halten, aber schnelles, hysterisches Sprechen kommt bei mir immer etwas aggressiv an.

Und so verwunderte es mich nicht, dass sie immer mehr in Fahrt kam, der Versicherungsschutz plötzlich überhaupt keine Rolle mehr spielte und sie den Kindern, die die ganze Zeit kaum einen Mucks von sich gaben, vorwarf, unglaublich undankbar zu sein. Sie hätte alles organisiert, telefoniert, mit den Eltern abgesprochen und jetzt seien alle so undankbar. Sie müsse das nicht machen, das laufe alles freiwillig, und wenn alle so undankbar seien, könne sie ja das nächste Mal getrost drauf verzichten. Keif, keif, keif. Sie wäre sofort ihren Job los und würde nie, niemals wieder einen finden…

“Jetzt zickt sie wieder”, sagte das Mädchen neben mir. In der Tat, dachte ich mir. Was für ein Mumpitz. Weder mit dem Undankbarkeitsvorwurf konnten die Kinder etwas anfangen (die gehen jeden Tag in die Schule und lassen alles brav über sich ergehen. Ob der Lehrer sich heute extra Mühe gegeben hat, ist denen einfach egal. Die sind da, weil sie müssen, nicht weil es so schön ist und man den Lehrern dankbar sein möchte. Die werden dafür immerhin bezahlt…), noch mit dem Versicherungsblabla. Das zu erklären war richtig, aber man kann nicht erwarten, dass Kinder (mich inklusive) das logisch finden.

Merke: Lehrer sein ist ein tierisch undankbarer Job! Erwarte niemals Dank oder ähnliches. ;-)

Ein Gedanke zu „Ächz

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