Und hier noch ein kritischer Blick auf das Thema Künstliche Intelligenz. Der im Folgenden verlinkte Artikel stellt zwei Studien (Nigeria, China) einander gegenüber, hat den Titel „KI ruiniert Bildung“, stammt vom Sozialwissenschaftlter Marko Kovic und wurde mir auf Mastodon von Cornelia Stenschke empfohlen. Kovic kommt ebenfalls zu keinem guten Ergebnis bezüglich der Auswirkungen von KI auf das kognitive Potenzial junger Menschen und befürchtet „kognitives Offloading“, sprich: Schüler geben das Denken an die KI ab – und lernen es somit auch nicht mehr. Er befürchtet darum drastische gesellschaftliche Folgen:
Das systemische Risiko ergibt sich aus dem ungewissen multiplikativen Charakter von kognitivem Offloading. Was passiert, wenn eine ganze Generation über markant tiefere kognitive Kompetenzen verfügt als frühere Generationen? Wir wissen es nicht. Und genau der Umstand, dass wir es nicht wissen, ist eine grosse Bedrohung. Auf individueller Ebene ist es so gut wie sicher schlecht, über weniger kognitive Kompetenzen zu verfügen. Auch wenn KI einen grossen Teil von Denkarbeit zuverlässig übernehmen kann, bedeutet weniger individuelle Denkkompetenz auch weniger Autonomie und Entscheidungsfähigkeit im eigenen Leben. Dieser Abbau bzw. fehlender Aufbau kognitiver Kompetenzen hat darüber hinaus aber auch zwangsläufig multiplikative Effekte. Der Schaden bleibt nicht isoliert auf das einzelne Individuum begrenzt.
Diese Sorge treibt ja Generation um Generation, und ich habe mich auch immer gerne über die Sorgen der Alten über die Jungen lustig gemacht (schon die Sumerer…), aber die Entwicklung im Rahmen von KI macht mir schon ein wenig Bauchschmerzen. Und das Schlimmste: Ich beobachte ihn bei mir selbst, diesen Homo Oeconomicus – aber lest doch einfach selbst bei Marko Kovic.