Für Steinzeit-Fans

Steinzeitaxt_smallWer seinen Schülern sowohl Steinzeit als auch experimentelle Archäologie nahebringen möchte, dem lege ich intensives Stöbern auf der “Steinzeit – Das Experiment“-Homepage des SWR nahe. 13 Personen jeden Alters haben sich im Sommer 2006 für sechs Wochen in die Jungsteinzeit zurückgezogen und versuchen dort ein Leben nach dem Vorbild der Steinzeitmenschen zu führen.

Viele Informationen, Videos, Bilder und informative Texte zu diesem wissenschaftlich betreuten Experiment finden sich auf der schön gestalteten Homepage – ideal für eine räumlich begrenzte und zielgerichtete Internetrecherche. Man gewinnt interessante Eindrücke in den (anstrengenden) Alltag der modernen Steinzeitmenschen, und gerade für jüngere Schüler dürfte der Alltag der Steinzeitkinder besonders spannend sein. Zwei der wagemutigen Steinzeitler begeben sich sogar auf eine 30-tägige Tour durch die Alpen – auf den Spuren Ötzis.

Das Leben der experimentellen Steinzeitmenschen wurde auch schon in vier Folgen im Ersten übertragen. Wer diese verpasst hat, kann sich ab dem 13.9. im Bayerischen Fernsehen die Wiederholung anschauen. Wem das nicht genügt, der kann auf die käuflich erwerbbare DVD-Ausgabe zurückgreifen. Wie auch immer: Viel Stoff für schöne Steinzeit-Stunden!

Einige Links

Ich hatte ja zuletzt etwas von “Dokeos” geschrieben, einem Learning-Management-System, das ich ausprobieren wollte. Leider hatte ich im Beitrag dazu nur einen Link zur Dokeos-Herstellerseite mitgegeben, wobei doch der Link zu OpenSourceCMS viel interessanter gewesen wäre. Dort kann man nämlich ohne Anmeldung verschiedene CMS, LMS, Wikis, Forensoftware, etc. in Demoinstallationen als Admin und Normaluser ausprobieren, sodass man sich nervtötendes Herumprobieren auf dem eigenen Server sparen kann.

Ferner gibt es einen schönen Beitrage beim Lehrerfreund zum Thema “Wie organisiert man sein Leben als Lehrer/in?“, angeregt durch eine Referendarin. Lesenswert sind darüber hinaus auch zwei neue Lehrerblogs, auf die ich gestoßen bin: Klittersplitter, das mir per Technorati nahegebracht wurde, und “Gesammelte Materialien” (via JochenEnglish).

Dokeos und Datenbank

Aufgrund der erwarteten Datenbankprobleme ist hier leider ein Kommentar von rip gelöscht worden. Entschuldigung.

Ich wollte eigentlich nur das LMS “Dokeos” ausprobieren, aber dieses Vorhaben hat sich nun erledigt, nachdem die Installationsanweisungen angaben, alle vorhandenen Datenbankinhalte löschen zu wollen, bevor ihro Heiligkeit seine gesalbten Tabellen einzupflegen belieben würde. Ich habe das für einen schlechten Witz gehalten und trotzdem installiert – mit dem Resultat, dass ich nun ein Backup von heute Morgen einspielen musste. :-(

Dokeos ist damit aus dem Rennen.

Web 2.0 in der Schule

Appendix hat mich darauf gestoßen: Auf einen Vortrag von Gabi Reinmann, Professorin für Medienpädagogik an der Uni Augsburg, zum Thema “Lehrerbildung und Web 2.0″, der sich im Kern mit innerem und äußerem Wissensmanagement beschäftigt und damit, wie Web 2.0 die herkömmliche Art und Weise, Wissen zu organsisieren, aufbrechen und bereichern kann. Ist sonderbar, das eigene Blog, wenn auch nur am Rande, thematisiert auf einer Fachkonferenz zu sehen, aber zugegebenermaßen auch erfreulich. ;-)

Weitere Vorträge, die im Rahmen der Fachtagung “Web 2.0 in der Schule” erstellt worden sind, sind als Videos online verfügbar – und den Titeln zufolge sind eine Menge interessante Themen darunter. Von Wikis über Blogs und Podcasts bis hin zu Webquests scheint alles vertreten, was in der Web2.0-Welt Rang und Namen hat. Über den Sinn von Wikis abseits der Sammlung enzyklopädischen Wissens bin ich mir auch noch nicht so recht im Klaren – da werde ich mir mal das ein oder andere Video “reinziehen”.

Das Typhusprojekt – im Internet!

Das Typhusprojekt ist eines der bekanntesten Projekte, das etwa in den 1920er Jahren von E. Collings nach der von John Dewey und W.H.Kilpatrick entworfenen Projektmethode durchgeführt wurde. Dewey und Kilpatrick setzen bei ihrer Pädagogik besonders auf Pragmatik und betonen die Wichtigkeit der konkreten Handlung beim Lernen. Weniger das abstrakte Lernen im luftleeren Raum schwebte ihnen vor, als vielmehr ein Lernen, das aus alltäglichen Fragen gespeist und durch die Entwicklung eigener Lösungsvorschläge und Handlungsansätze getragen werden sollte.

Collings hat dazu exemplarisch das sogenannte Typhus-Projekt dokumentiert. Dort wurde eine Frage aus dem alltäglichen Leben aufgeworfen (Fernbleiben eines Mitschülers), die Schüler gingen den Ursachen der Krankheit (Dreck, Fliegen, Hygiene) auf den Grund (häufige Erkrankungen dieser Art in der Familie) und erarbeiteten verschiedene Lösungen, um das Problem zu beseitigen. Nachdem sich eine Lösung als praktikabel erwiesen hatte, schrieb man einen Brief an eine zuständige Behörde, um dort auf das Problem und seine Lösung aufmerksam zu machen.

Nach Dewey sollten junge Menschen auf diese Weise zu demokratischen, sprich: eigenverantwortlich handelnden, sozialen und engagierten Teilnehmern ihrer Gesellschaft erzogen werden.

So weit, so gut. Nun erlebt das Typhus-Projekt eine Wiederbelebung – im Internet! “The River City Project” heißt ein Projekt der Universität Harvard, welches eine virtuelle Lernumgebung wie in einem Computerspiel schafft. In dieser Umgebung müssen die Schüler, wie beim Typhus-Projekt, einer rätselhaften Epidemie in einer Stadt des 19. Jahrhunderts auf die Spur kommen, Lösungsansätze finden, sich darüber austauschen und ihre Theorien praktisch erproben.

Das Projekt findet also vollständig im Internet statt. Losgelöst von Sachzwängen (wann hat man schon mal eine hübsche Epidemie, auf die man gefahrlos Schüler loslassen kann?) kann man dort Projektunterricht im besten Sinne der Ideen Deweys machen! Anstatt am Ende des Schuljahres den typisch deutschen Pseudoprojektunterricht unmotiviert dranzupappenn, kann man nun möglicherweise ausgerechnet im virtuellen Raum “echten” Projektunterricht durchführen. Allerdings müssen dafür die technischen Voraussetzungen erfüllt sein.

Das Interface der Lernumgebung macht einen übersichtlichen Eindruck, und auf der Homepage des Projekts findet man auch einige Videos und Screenshots. Wenn diese Methode die motivationalen Anreize eines Computerspiels mit fundierten Lernergebnissen verknüpfen kann, bin ich hellauf begeistert! Wer weiß, vielleicht arbeitet in zehn Jahren ein Team von Programmierern für das Kultusministerium und entwirft nach didaktischen Maßgaben Lern-Computerspiele…

Mp3-Player

Oh Gottohgottohgott… ich brauche sofort einen tragbaren MP3-Player! Bin gerade per iTunes auf die Education-Podcasts gestoßen…  (Itunes ist großer Mist, aber das Podcast-Verzeichnis ist großartig…)

Oooh… ein Englischvokabeltrainer…  Teen approved books…   eine Schule bietet ihren Podcast an… Harvard-Kurs-Podcasts… puuuh… alles englisch, da besteht deutscher Nachholbedarf!