Zum ersten Mal: Inklusion

Fürs Protokoll: Zum ersten Mal inklusiv unterrichtet. Ich nenne es mal eher: An inklusiven Unterricht herangetastet, denn ich muss ja erst einmal sehen, welche Kinder welcher Unterstützung bedürfen. Da divergieren besonders stark die Aufmerksamkeitsspannen (eine mittelkurze Passage aus Harry Potter vorlesen ist für die einen entspannend, für die anderen zu anstrengend) und die schriftlichen Fähigkeiten. Ein Kind hat offensichtlich in meiner Stunde zum allerersten Mal gar nicht gestört. Hoffen wir, dass das so bleibt. 😀

Erstaunlich wenig gewöhnungsbedürftig war die Arbeit mit einer Sozialpädagogin an meiner Seite. Ich glaube, das wird sehr gut funktionieren, und auch die Anwesenheit der drei Inklusionshelfer hat nicht gestört, sondern war sehr entlastend, weil wir auch zu zweit kaum Kapazitäten gehabt hätten, um allen Kindern gerecht zu werden. Muss es mir jetzt zur Regel machen, meine Vorbereitung mitzuteilen, sodass sie diese für die Inklusionskinder anpassen kann, wenn nötig. Praktisch ist die Möglichkeit, Kinder in zwei Räume aufzuteilen. Heute gab es einen Raum der Stille (der mit der Couch) und einen Raum, wo man sich mit einem Partner leise austauschen durfte. Das gefällt mir. Die Ergebnisse aus dem Raum der Stille waren auch gleich inhaltlich besser und umfangreicher.

Heute war es aber auch sehr offen und eher kreativ als kognitiv. Ein wenig Bauchschmerzen bereiten mir darum Grammatikreihen, wenn es um die durchaus trockene Untersuchung von sprachlichen Phänomenen gehen wird.

3 Gedanken zu „Zum ersten Mal: Inklusion

    • Der Unterricht wird von mir vorbereitet und auch durchgeführt, im Idealfall in Absprache mit der Sozialpädagogin.Wir überlegen jedoch, inwiefern man die I-Kinder thematisch und inhaltlich einbinden kann, ohne gleich zu Beginn zu sagen, dass sie den Raum wechseln sollen. Die Sozialpädagogin hat die I-Kinder besonders im Blick, kümmert sich aber natürlich auch um die anderen. Sie fordert dann z.B. noch einmal eine Wiederholung der Aufgabenstellung bei bestimmten Kindern ein. Für mich ist das auch alles noch neu, es wird sich noch „eingrooven“.

      Wir haben verschiedene Förderschwerpunkte: Emotional-Soziale-Entwicklung, Geistige Entwicklung und den Förderschwerpunkt Lernen. Schon vorher hatten wir auch Kinder mit körperlichen Einschränkungen.

      Ein Anrechnung gibt es übrigens nicht. Wir schütteln einen binnendifferenzierten, inkludierenden Unterricht einfach aus dem Handgelenk.

  1. Und wo ist die FörderlehrerIn, die kooperative Unterrichte gestaltet und hält, ebenso wie der Regelschullehrer? Teamteaching?

    Und wo sind die Heilpädagogen, Ergo- und Logopäden, die in unserem heiligen Schulsystem draußen gehalten werden, statt ihre Kompetenzen für die Inklusion an den Schulen zu nutzen?

    Die Landesschulbehörden halten sich aus ihrer Verpflichtung zu angemessener Beschulung ALLER Schüler schön heraus … Inklusionshelfer setzt ein und zahlt nämlich die Stadt … nicht die Schulbehörde. Und die Regelschullehrer machen einen Freiflugschein in Inklusion auf Kosten der „I-Kinder“.

    So sieht es nämlich im Alltag aus. Peinliches Resumee für den Arbeitgeber Schulbehörde!

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