Vor dem Podium

Wenn das nicht mal ein Fehler war, die Heizung auszuschalten. Brrrr. Schnatter.

Smartphone vs. ReclamGestern Abend eine Podiumsdiskussion der Grünen zum Thema „Smartes Lernen – Zwangsdigitalisierung des Unterrichtes?“ besucht, welche von der didaktischen Leiterin einer Bielefelder Schule, einem Schülervertreter, einer Medienwissenschaftlerin und dem Sprecher für Netzpolitik und Datenschutz der Grünen bestritten wurde. Letztlich drehte sich die Diskussion (vor allem innerhalb des Plenums) überwiegend darum, ob man mit Smartphones überhaupt ordentlich recherchieren könne und ob der Brockhaus(!) nicht doch…. Und dass man auf Smartphones doch keine Romane lesen könne, weil die Schrift zu klein… orrr (siehe Bild)!

Die meisten Anwesenden waren sich aber einig, dass die neuen Medien aus der Schule nicht mehr wegzudenken sind und dass das Urheberrecht einer dringenden Reform bedarf. Auch, dass es eine alle Jahrgänge betreffende Medienbildung geben sollte, war Konsens. Nur ein Biokollege wetterte über die Ausfälle der Technik und die hohen Kosten („Dann lieber das veraltete Schulbuch!“ – Schüler: „In meinem Geschichtsbuch ist noch Helmut Kohl der aktuelle Kanzler!“) – was tatsächlich ein neuralgischer Punkt ist, denn allzu langlebig ist die Technik nicht. Und ob man alle vier Jahre einen neuen Satz Smartgeräte anschaffen will, ist eine nicht zu vernachlässigende Frage. Dass die Tablets und Smartphones hingegen ganze Batterien von alten Medien (Fotokameras, Videokameras, Mikrophone, Taschenrechner etc.) ersetzen, wurde nur am Rande gestreift, es wurden eher die Gefahren betrachtet als der Nutzen. Dabei spielen die Geräte ihre Stärke besonders dann aus, wenn man sie produktiv einsetzt.

Sehr angenehm auf dem Podium fiel mir Prof. Dorothee Meister von der Uni Paderborn (Medienpädagogik und empirische Medienforschung) auf, deren Position ich nahezu vollumfänglich teilen konnte. Nur die Frage, ob man eher auf BYOD oder eine leichter zu integrierende „Das-gleiche-Gerät-für-alle-Schüler“-Lösung setzen sollte, könnte ich noch nicht für mich beantworten, da beide Ansätze ihre jeweiligen Vorzüge und Schwächen haben. Frau Meister entschied sich für die Einzelgerätelösung.

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