Edel-Rechner

Wie Heise berichtet, gibt es wohl gerade „Streit um Edel-Rechner für NRW-Mathe-Unterricht“. Meine erste Vermutung, dass alle Schüler sich ab dem neuen Halbjahr den neuen Mac Pro auf den Rücken schnallen müssen, bestätigte sich leider nicht, stattdessen beschweren sich einige Eltern über einen 80€ teuren Taschenrechner. Warum nicht für 20€ mehr ein Tablet genommen hätte. Also, ich bin mir sicher, es findet sich mittlerweile auch ein Tablet für unter 80€.

Habe letztens das seltene Vergnügen einer Mathe-Klausuraufsicht gehabt. Die Schüler an meiner Schule haben auch grafikfähige „Edel-Rechner“. Das Erste, was der Kollege vor dem Austeilen der Arbeitsblätter sagte, war etwas wie:„Und jetzt resettet den Speicher eurer [Edel-Rechner]!“, gefolgt von einem allgemeinen Seufzen. Offensichtlich hätte man mit dem Inhalt des Speichers wundervoll schummeln können.

Wie schön das wäre, hätte man ein Billig-Tablet, das man nicht resetten kann, wo man evtl. sogar chatten kann oder sich durch Mathe-Foren wühlen kann. Aber was, wenn der Technikschrott dann abstürzt, der Akku arg nachlässt und die Geschwindigkeit… sollte man dann nicht gleich ein „Edel-Tablet“ kaufen?

Und wer einmal sehen will, wie das aussieht, wenn Schulen medienwirksam „Edel-Tablets“ in Prüfungssituationen einsetzen, dann sollte man sich unbedingt den Vortrag von Jöran Muuß-Merholz auf dem letzten CCC-Kongress anschauen. Sehr amüsant, was man da alles mit den Edel-Tablets macht!

(Nebenbei: Ich hatte nie einen grafikfähigen „Edel-Rechner“ und der Gebrauch einer Formelsammlung während Klausuren war gewiss unter Todesstrafe gestellt.)

2 Gedanken zu „Edel-Rechner

  1. Seufz²!

    Die Rechner, die hier in BY an Gym. verwendet werden, sind noch teurer. Ich weiß auch nicht, ob man sowas haben muss. Muss ich mal drüber nachdenken.

    Wir (DDR) durften ab Klasse 9/10 (weiß nicht mehr genau) immer ein sog. Tafelwerk benutzen. Sowohl in Mathe, als auch in Physik, Chemie oder Astronomie. Finde ich eigentlich eine tolle Sache.

    Auch im Studium war der „Göhler“ (Höhere Mathematik — Formeln und Hinweise) in jeder Arbeit erlaubt.

    Ich lasse die Schüler ab und an „Spickzettel“ erstellen, die sie dann während des Leistungsnachweises nutzen dürfen. Das motiviert. Die Formeln des Zettels lasse ich durchnummerieren und die SuS müssen dann bei jeder Aufgabe die Nummer der Regel dazuschreiben, die sie verwendet haben. Am Ende brauchen sie den Zettel gar nicht mehr.

    Ich würde gern mal sehen, ob die CAS-Fähigkeiten des „teuren“ Taschenrechners auch wirklich voll genutzt werden und sinnvoll sind.

    • Wenn sie noch teurer sind, lohnt sich ja wirklich bald ein Tablet (obwohl ich ja mit den Tablets in der Schule noch nicht so richtig grün bin, wegen Dateiverwaltung und so… kenne aber auch nur die Apple-Tablets).

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