Digitale Schulbücher ist online

Kurze Notiz: Digitale Schulbücher ist online gegangen und bedient offensichtlicht alle „wichtigen“ Verlage. Ob’s mir gefällt, hängt von der Praxis ab. Ausschlusskriterium ist eigentlich schon, dass man auf Flash setzt, was von keinem iOS-Gerät unterstützt wird. iPads müssen draußen bleiben. Denken die eigentlich nicht mit?

13 Gedanken zu „Digitale Schulbücher ist online

  1. Es galt lange Zeit, dass Windows der Nabel der Welt ist. iOS hält sich in sehr viel mehr Bereichen nicht an international verabschiedete technische Standards, z.B. auch bei der Darstellung von CSS in Webseiten. Das mit Flash mag stimmen, zeigt doch aber nur eines: Ein geschlossenes System ist ein geschlossenes System und was das geschlossene System nicht will, wird der Nutzer des geschlossenen Systems nicht bekommen. Diese Entscheidung trifft man beim Kauf aus guten Gründen. Heute ist es Flash, morge wird es etwas anderes sein. Das ist das Wesen geschlossener Systeme – und hoffentlich wird sich nicht Apple zum neuen Nabel entwickeln…

    Maik

    • Da hast du natürlich recht,wer auf besagtes System setzt, nimmt die Restriktionen bewusst in Kauf – einer der Gründe, warum ich noch kein Tablet habe.
      Bezeichnend finde ich eher, dass man seitens der Bildungsverlage den Verlust einer wichtigen Plattform offensichtlich bewusst in Kauf nimmt – und auch auf meinem flash-fähigen Win-Notebook sind solche Anwendungen in der Regel eine Qual für die CPU, sodass dort keine digitalen Schulbücher laufen werden.

      Mir soll’s letztlich egal sein, ich werde die Plattform so nicht benutzen, ergo auch keinen Umsatz generieren, sondern meine Augen nach Alternativen aufhalten.

    • Maik & Hokey: Das Problem ist ja nicht unbedingt, dass es sich um ein geschlossenes System handelt.

      Unsereins steht auf offene Systeme, weil wir das Potenzial solcher Publikationsformen sehen: einfache, effiziente Verbreitung, Ermöglichung/Nutzung von Schnittstellen, flexibler Umgang mit den Inhalten usw.

      Daran haben die Verlage natürlich kein Interesse, und das ist ja grundsätzlich ok. Die machen Geld damit, sie MÜSSEN dafür sorgen, dass keiner die Inhalte einfach so weitergeben kann.

      Leider haben sie sich aus genau diesem Grund einer Technologie bedient, die für Lehrer/innen absolut kontraproduktiv ist. Die Buchseiten sind Bilder! Markieren und rauskopieren von Text ist „derzeit“ nicht möglich (siehe beat.doebli zu digitale-buecher.de). Wer kann denn damit was anfangen? Der des Screenshotsanfertigens unkundige Lehrer muss das Zeug ausdrucken und ausschneiden und seine Arbeitsblätter zusammenkleben.

      Die Verlage haben beim Versuch, ihre digitalen Materialien kopierzuschützen, ein System geschaffen, das man absolut in die Tonne treten kann. Das liegt aber nicht daran, dass es ein geschlossenes System ist; man hätte sicher auch (mit der finanziellen Kraft, die hinter dem Verlagskonglomerat steckt) eine geschlossene Lösung mit einem gewissen Nutzwert erzeugen können.

  2. Ich denke vor allem an freie Portale und idealistische Entwickler, die in ihrer Freizeit und Hobbystreben wahrlich besserer zu tun haben, als Eigenheiten mehrerer geschlossener Systeme oder Browser zu kompensieren. Die Verlage haben genug Kohle, um das anders zu machen. Es ist damit auch eine Innovationsbremse, weil es Arbeitszeit bindet, die zu keinem Mehrwert führt.

    • Ach, sorry, das war ein Missverständnis – ich habe dieses „Angebot“ der Verlage nicht mal als „geschlossenes System“ wahrgenommen, in meinen Augen ist das einfach nur ein Feigenblatt für die Werbeabteilung und zur Beruhigung derjenigen, die digitale Schulbücher fordern.

      Ich wünsche mir, dass wir mehr solche Portale wie das der CK-12-Foundation hätten oder ähnlich Aufgebautes. Über kurz oder lang werden wir wohl selbst aktiv werden müssen, wollen wir auch technisch offene Inhalte. Selbst Apples iBooks-Author bietet mehr Möglichkeiten zur offenen Verbreitung – und das, obwohl es ganz unverhohlen zur Vermarktung auf der eigene Plattform entwickelt wurde.

      Aber die Probleme dabei sprichst du auch schon an: Sie heißen „Zeit“ und „Geld”.

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  4. Wenn es Dich tröstet:
    wir waren dieses Jahr auf der Learntec in Karlsruhe.
    Chamilo ist ein open source LMS, HTML5 ready (also auch für so neumodischen Krams wie eipäd, Schmartfons und so…)

    Gepredigt wurde bloß kein Flash mehr zu nutzen, und viele haben sich das auf die Ausstellerfahne geschrieben, aber als wir so rumgegangen sind, um eben Lösungen zu suchen, die mit einem LMS klarkommen, welches gerne auf Flash verzichtet, tja…

    Die meisten Verlage und Content-Anbieter sind in der Vergangenheit stehen geblieben.
    Kostet ja viel Geld, Flash auf konformes HTML5 umzustricken, und dann gehen angeblich so viele Sachen nicht…

    Stellt sich halt die Frage:
    MUSS es denn so viel Möglichkeiten geben, oder wäre es nicht einfach besser, den Lehrenden didaktisch zu unterstützen…?

    Mal sehen was sich so die nächsten 12 Monate bis zur nächsten Learntec tut 😉

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