Aber Hallo!?

Wer keine pädagogischen Probleme hat, der macht sich welche. Eine Passauer Direktorin versucht, an ihrer Schule die in Bayern scheinbar verpönten (weil norddeutschen?) Grußformeln „Hallo“ und „Tschüss“ zu verbieten. Das in den Medien immer wieder verbreitete Argument für ihr „Tschüss-Verbot“ ist, dass man so vermeiden wolle, dass die Schüler sich bei der Jobsuche blamieren. Nachlesen kann man das auf der Website der Süddeutschen.

Tjoa. Da staunt man als unkultivierter „Norddeutscher“ nicht schlecht, dem ein „Grüß Gott“ viel zu religiös und ein permanentes „Guten Tag“ zu sperrig ist. Ein fröhliches „Hallo“ gefällt mir weitaus besser, besonders, weil ich eben nicht jeden Tag meinen geheimen Bewerbungstrainingstag durchführe, sondern meinen Schülern durchaus als alltäglicher Mensch begegnen möchte.

Zumal das Ganze quasi nur bis zum Weißwurstäquator gedacht ist: Oder begrüßt die Frau Direktorin ihre Schüler auch alle gleich noch per Handschlag? Wäre einem Bewerbungsgespräch doch angemessen, oder? Und was machen ihre Schüler, wenn sie sich in Hamburg bewerben oder in Köln? Mit einem „Grüß Gott“ wirkt man hierzulande mehr als sonderlich.

Und so macht die ganze Geschichte den Eindruck, dass es an dieser Schule in Passau pädagogischerseits furchtbar langweilig sein muss, wenn solcherlei zur Optimierung der Schülerschaft fürs Berufsleben ersonnen werden muss. Ich ende nun den Beitrag und auch, wenn es den bayrischen Mitlesern nun in den Ohren klingeln mag, ich sitze hier und kann nicht anders:

Tschüss! (auch noch mit Ausrufezeichen)

Euer Hokey

7 Gedanken zu „Aber Hallo!?

  1. Also, ich bin aus Bayern ind ich kann Dir nur Recht geben… nicht jeder Mensch ist so rückständig / verbohrt, nur weil er in Bayern geboren wurde bzw. lebt. 😉 In diesem Sinne, Tschüss und einen schönen Tag noch, aleXXblume aus München

  2. Hallo aleXXblume!

    Ich kenne sehr viele nette, offene, progressive und total sympathische Menschen aus Bayern, deren bayrischen Einschlag ich gerne höre und die immer ein herzliches „Grüß Gott“ für mich übrig haben. Ich mag euch Bayern sogar ganz gerne, aber die Idee der Rektorin halte ich trotzdem für etwas sonderbar. 😉

  3. Das ist einer der klaren Vorteile des hohen Nordens. Bis die hier auf die Idee kämen so etwas in die Schülerschaft tragen zu wollen, hätten wir schon längst zwanzig neue Verordnungen, deren Durchsetzen wichtiger wäre als solche Spielereien. 😉

  4. Ich finde, es gibt weitaus wichtigere Dinge, die ich als Lehrkraft mit meinen Schülern angehen sollte, als mich um eine solch unwichtige Sache zu kümmern.
    Außerdem höre ich viel lieber ein EHRLICHES und NETTES „Hallo“ oder „Tschüß“, als ein gekünsteltes, aufgesetztes „Grüß Gott“ oder „Auf Wiedersehen“!

  5. Die Bayern haben anscheinend echt keine Probleme. Wenn ich hier Artikel über meine Heimatstadt Berlin lese und dann die Problemchen aus Passau daneben halt, dann kommt mir doch das schmunzeln. Bei uns gibt es nämlich wahrlich Fragen die sind wichtiger wie die Begrüßungsformel. Hier wird um eine bessere Zusammenarbeit gestritten und ich finde gut, wenn die Lehrer auch kritik äußern. Sie sind nämlich die Zukunft unserer Kinder:

    http://www.nord-berliner.de/9824-kritik-arbeitsbedingungen-von-lehrern-zu-schlechtzu-viele-schueler-ohne-deutschkenntnisse.html

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