Politisches Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom?

Ich könnte mich jedesmal wieder ärgern… nein! Ich ärgere mich jedesmal aufs Neue, wenn politische Blindgänger wie Philip Mißfelder öffentlich ihre kruden Thesen verbreiten, um damit die dumpfesten Stammtisch-Instinkte zu wecken, um Stimmung zu machen, um einfach nur wieder einmal persönliche Publicity zu bekommen. Obwohl ich weiß, dass es nur um dämliches In-der-Presse-Sein, um ein politisches Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom geht, könnte ich jedesmal ganze Stücke aus meinem Schreibtisch beißen. So auch heute, nachdem ich in der Süddeutschen Folgendes lesen durfte:

Mißfelder: Ich finde, und das haben wir in Nordrhein-Westfalen teilweise auch etabliert, es soll kein Kind mehr eingeschult werden, wenn es nicht Deutsch sprechen kann.

Der freundliche Herr Mißfelder sollte einmal meine Klasse besuchen, dort würde ich ihm ein junges Mädchen im Alter von 11 Jahren vorstellen, das seit August 2009 in Deutschland lebt und kein(!) Wort Deutsch sprechen konnte. Die junge Dame, die man – Gott sei Dank – nicht auf eine Haupt-, Sonder- oder Förderschule, sondern direkt an unser Gymnasium geschickt hat, spricht mittlerweile fließend Deutsch, hat guten Anschluss gefunden und ist so fleißig, dass ich mir wenig Sorgen mache, dass sie in wenigen Jahren politische Heißluftbläser wie Herrn Mißfelder, auf dessen Hüftgelenk-Eskapaden ich einfach nochmal hinweisen muss, locker in die Tasche stecken wird. Intelligenter ist sie gewiss jetzt schon und ihr Potential nicht verschenkt, da es hier in NRW trotz einer niedergewählten CDU-Regierung Schulen gibt, an denen derartige Dummheiten  nicht etabliert sind.

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