Klassenleitung

Habe heute die Nachricht bekommen, dass ich ab dem kommenden Schuljahr die Leitung einer fünften Klasse übernehmen werde. Spannuuuuung… das wird wohl noch ein Haufen Arbeit werden, wenn ich mir die klassenleitenden Kollegen so anschaue, aber auf jeden Fall auch eine neue Herausforderung. Jetzt muss ich mich erst einmal schlau machen, was man als Klassenleitung alles beachten muss, welche Verpflichtungen man hat, welche Termine man anberaumen und im Auge behalten muss, wie man eine sinnvolle Telefonkette organisiert (die auch bei Ausfällen funktioniert), wie man mit Problemen innerhalb von Klassen umgeht, wie man den Kleinen einen angenehmen Übergang von der Grundschule ins Gymnasium ermöglicht, und so weiter und so fort…

10 Gedanken zu „Klassenleitung

  1. toitoi… macht Arbeit, aber auch Freude. Und wenn dann dereinst „deine“ erste eigene Klasse ihr Abitur in der Tasche hat, gibt’s feuchte Augen 🙂
    An meiner Schule wird zu Beginn jeden Schuljahres ein Kopienstapel „Handreichungen für Klassenlehrer“ verteilt, aktualisiert und schulspezifisch. Vielleicht gibt es so etwas bei dir auch? Oder man kann es anregen, damit nicht jeder das Rad neu erfinden muss?
    Außerdem: Gib mal „Klassenlehrer“ bei amazon ein… da werden Sie auch geholfen 🙂 , z.B. mit einem Buch aus der „Fundgrube“-Reihe.

  2. Ich kennen zwar Kollegen, die lesen den 5ern erstmal die Hausordnung vor – aber ich finde das muss nicht sein. Also ne kleine Portion Lions Quest schadet nie. Ein paar schöne Spiele sind nie schlecht, besonders für den Start. Fundgruben gibts eh genug, z.B. http://www.gruppenspiele-hits.de/ – gestählt von Jugendarbeit fällt mir da immer was ein. Außerdem kann man dabei schon ein bisserl was erkennen von wegen langsam entstehender Klassengemeinschaft.
    Schulhausralley usw sind meist eh Standards, die oft schon vor dem ersten Tag gemacht werden. Nach und nach bringe ich auch etwas Methodentraining ein – am zweiten Tag so ne Art „Hefte-TÜV“ und dann legen wir auch schon langsam los. Motiviert sind sie ja wie die Schnitzel…Vor Beginn überfliege ich immer noch die Schülerakten – evtl. sind Fälle mit Teilleistungsstörungen oder Hinweise drin – möchte das immer wissen wegen Sitzordnung.

  3. Ja, LionsQuest habe ich schon fest eingeplant – auch für die Klassenleiterstunden, die wir ab dem neuen Halbjahr doppelstündig haben werden.

    Handreichungen haben wir auch irgendwo (das Wo ist immer das Problem 😉 ) und dem Hinweis auf Ratgeberliteratur werde ich mal nachgehen!

  4. Ich habe das auch schon 3x gemacht (2x eine 5./6. Klasse, 1x eine 7./8. Klasse. Das ist in der Summe immer toll gewesen – es gibt auch Zeiten, in denen man darüber flucht.
    Schule ohne eigene Klasse ist irgendwie keine Schule für mich – trotzdem hoffe ich jetzt einmal auf ein Jahr Klassenlehrerpause. Und ich finde es erstaunlich, wie weit die Planung an eurer Schule schon in die Zukunft reicht. Ich bin oft schon froh, wenn in der letzten Unterrichtswoche einigermaßen klar ist, welche Lerngruppen ich erhalten werde. Da ist es dann immer praktisch, wenn man Klassen weiterführt – 2-jähriger Zyklus…

  5. Hallo Hokey,
    bin zufällig hier auf Deine Seite geraten und hab den Post gelesen.
    Am wichtigsten finde ich, dass es Dir gelingt, dass alle an einem Strang ziehen. Denn bei 30 Fünftklässlern gibt es mindestens 10 sehr eigenwillige Entertainer. Da kann man über viele sagen, was John Bradshaw schreibt:
    Er bestieg sein Pferd und ritt in alle Richtungen davon. So ist das heute mit fünften Klassen. Die Klasse reitet meist in alle Richtungen davon.
    Ich habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht, dass ich am Anfang hereinkomme und die ersten zwei, drei, vier Minuten alle still sind; sie sind dann wirklich mucksmäuschenstill, das geht. Ich lese dann eine kleine Geschichte vor, ein Gedicht oder etwas Ähnliches.
    So kommt Ruhe in die Klasse, manchmal entsteht ein gutes Gespräch, auf jeden Fall stürzen nicht gleich am Anfang 5 Leute nach vorne und nehmen Dich in Beschlag.
    Aus diesem gemeinsamen Auftakt entsteht dann eine Atmosphäre, die eine Super-Grundlage für den Unterricht ist.
    Und Probleme haben wir immer geregelt, indem wir uns in einen Kreis gesetzt haben …
    Wenn Du Näheres wissen willst, kannnst Du mich ja anschreiben, hast ja meine Mailadresse.
    Jedenfalls wirst Du mit Hilfe der Kinder unheimlich viel über Dich und Deine inneren Kinder lernen … es macht Spaß und ist echt anstrengend … keine Bange 🙂
    Alles Gute, Johannes

  6. Wenn ich mich an meine Zeit in der 5. Klasse zurückerinnere, kann ich nur sagen: Ich habe die Erfahrung gemacht, je jünger Schüler sind, desto eher kommt es auf den Lehrer an, wie sie sich verhalten.

    Teilweise hat die Klasse einigen Lehrern null Respekt gezollt, während sie bei anderen still und konzentriert gearbeitet hat.

    Man kann eine Klasse als Lehrer stark prägen. Man hat zwar die Verantwortung aber auch viele kreative Möglichkeiten, Unterricht seinen Vorstellungen anzupassen und Spaß dran zu haben, denke ich.

    lg,
    Artie

  7. Ich habe gute Erfahrungen mit dem Klassenrat gemacht. Die Klasse hat ein „Gemeinschaftsbuch“, in das alle Anliegen und Streitigkeiten eingetragen werden. Einmal pro Woche wird alles besprochen und ggf. werden gemeinsam Sanktionen verhängt bzw. Beschlüsse gefasst.

    Zu Beginn der 5 standen ständig Schüler vor dem Lehrerzimmer, weil jemand geschubst, das Mäppchen weggenommen, beleidigt hat etc. Meine Nerven lagen blank, Pausen gab es keine mehr.

    Seitdem wir das Gemeinschaftsbuch haben, werde ich nur noch hinzugerufen, wenn jemand wirklich verletzt ist oder bitterlich weint. Das kommt zum Glück nur selten vor.

  8. Wir hatten damals einen Kummerkasten, aber von dem bin ich nicht sonderlich begeistert, wegen der mangelnden Anonymität. Ein Gemeinschaftsbuch ist diesbezüglich ja auch problematisch, bietet aber den Vorteil, dass man immer wieder durchblättern kann.

    Wie bei nahezu allem: Ich werde vieles ausprobieren. 😉

  9. Das mit der Anonymität leuchtet mir nicht ein. Wenn jemand gehauen oder beleidigt wird, weiß doch eh jeder, wer beteiligt war. Und wenn ich nicht sagen darf, dass ich von A weiß, dass B ihn gehauen hat, wie soll dann eine Konsequenz erfolgen?

    Bei gravierenden Mobbing-Fällen sieht das vielleicht anders aus, aber es ist ja nicht so, dass ich mich wegen des Gemeinschaftsbuchs grundsätzlich weigere, ein offenes Ohr für Schüler zu haben, wenn jemanden etwas besonders bedrückt.

    Das Thema der mangelnden Anonymität wurde von den Schülern allerdings auch nie als Problem angesprochen.

    Einträge wie „Der Tom ärgert mich IMMER“ etc. sind übrigens auch nicht erlaubt. Es muss ein konkretes Ereignis geschildert werden. Dieses wird besprochen, ggf. sanktioniert und muss wieder gut gemacht werden. Irgendwann sind die Sanktionen dann i.d.R. so lästig, dass sich das wiederholte Ärgern nicht mehr „lohnt“.

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