Gesundheitszeugnisvergabe

Unbefriedigend. Sehr unbefriedigend. Da stellt man sich nahezu nackig dem prüfenden Blick der Ärztin, lässt sich von oben bis unten abklopfen, pinkelt pflichtschuldig in Plastikbecher, lässt sich literweise Blut aus dem Körper zapfen, wartet tagelang unter Hochspannung auf das Gesundheitszeugnis, findet endlich einen entsprechenden Briefumschlag im Postkasten und…

…bekommt lediglich eine Rechnung über knapp 90 Euro für die Untersuchung, natürlich in doppelter Ausfertigung. Hrmpf! Jetzt wissen also, dank Befreiung von der Schweigepflicht, Hinz und Kunz über meinen Gesundheitszustand Bescheid, nur ich nicht. Ich wüsste jetzt schon gerne mehr über die Färbung meines Urins, ob ich eventuell zuckergefährdet bin, zu viel gutes oder schlechtes Cholesterin beherberge oder ob gar lauter kleine Pacmans in meinem Blut Katz und Maus spielen.

10 Gedanken zu „Gesundheitszeugnisvergabe

  1. Ja, das hat mich auch sehr gewundert, dass man da so gar nicht informiert wird, „wie es um einen steht“. Einerseits ist es irgendwie albern zu verschweigen, ob das nun Auswirkungen auf die Verbeamtung haben kann und andererseits ist es nicht besonders fein, Menschen eventuell nicht über gesundheitliche Erkenntnisse zu informieren!
    Zahlen musste ich aber glücklicherweise nicht, das hat dann doch der „Staat“ übernommen…

  2. Das ist immer wieder faszinierend, wie seltsam manche Amtsärzte sind. Ich war damals bei uns auf dem Dorf (hatte da noch meinen Erstwohnsitz), alles war gut, der guckte mich auch nur an und sagte: Na, Übergewicht haben Sie ja wohl nicht, dann noch Urin + Blut und fertig. Die Rechnung zahlt in NRW auf jeden Fall der Dienstherr, bei mir hat es (2005) auch nur um die 40 € gekostet. Aber solange du nicht nochmal einbestellt wirst oder schwer übergewichtigt bist, mach dir keine Sorgen. Und auch noch mal antanzen müssen heißt nicht immer etwas, in Düsseldorf haben wohl immer alle zu hohe Leberwerte bei der ersten Untersuchung, ich vermute Geldmacherei dahinter!

  3. Hm. Ich bin ja auch in NRW, aber mittlerweile mag der Dienstherr nicht mehr zahlen. Um meine Leberwerte mache ich mir keine ernsthaften Gedanken, die Ärztin meinte auch, dass die Sache durch wäre, wenn sich bis zum Wochenende niemand melden würde, weshalb ich einmal stark von einem unbedenklichen Gesundheitszustand ausgehe.

  4. ja, ich durfte das auch für die einstellung zum vorbereitungsdienst in hessen über mich ergehen lassen bei einem gesundheitsamt in nrw (wegen erstwohnsitz noch in nrw).
    da wurde ich dann direkt auf verbeamtung hin untersucht, obwohl kassel eigentlich nur wissen wollte, ob ich während der 2 jahre ref von einer dienstunfähigkeit betroffen sein könnte. das hat der amtsarzt natürlich nicht gecheckt …
    und meinen gesundheitszustand kenne ich auch nicht. 🙂

  5. Reich die Rechnung auf jeden Fall ein, vielleicht zahlen sie ja doch! Ich musste auch erst vorstrecken & hab’s dann mit der ersten Vergütung zurückbekommen (die hat allerdings auf sich warten lassen: Anfang Oktober – bei Dienstbeginn am 22.8.!!)

  6. Oh ja, das kenne ich nur zu gut! In Bayern braucht man so etwas, ehe man ins Ref geht. Und da wollte mich dieses arrogante von A….von Amstarzt zum Urologen schicken, nur weil, ich meine Urinprobe in einem nicht wirklich sauber gereinigten Coc.a-Cola-Glas abgeben musste und da wohl noch andere Keime drinwaren. Außerdem veranlasste er bei mir ein 24h-EGK, da ich angeblich an Herzrhythmusstörungen leiden würde. Und Blut nahm er mir auch noch ab, ich hatte einen so großen blauen Fleck wie noch nie.
    Guten Start ins Lehrerdasein ;-), Herr Kollege

  7. My fault! Man kann das Gesundheitszeugnis immer noch vom Dienstherr bezahlen lassen. Wäre auch anders nicht tragisch, aber gesehen hätte ich es dann doch gerne (und meine Werte dann ergoogelt).

    Das mit der Vergütung war hier beim Ref-Antritt auch nicht einfach – wir haben zunächst nur einen Abschlag bekommen, damit wir nicht komplett ohne Geld dastehen. Dabei zahlen die Ämter doch immer im Voraus… naja… ich warte mit Spannung. 😉

    @Donna
    Ein EKG musste ich gar nicht machen – vor dem Ref braucht man hier gar nichts, was mich schon gewundert hat, denn wieso festangestellte Lehrer Schüler schneller anstecken als Referendare, entzieht sich meiner Logik.

  8. @Hokey

    Aber bei der Gesundheitsuntersuchung geht es doch nicht um eine eventuelle Ansteckungsgefahr für Schüler oder Kollegen! 🙂

    Sinn und Zweck ist der, dass der Dienstherr niemanden in den Beamtenstatus und in die lebenslange Alimentation aufnehmen will, bei dem absehbar ist, dass er vorzeitig aufgrund von gesundheitlichen Gründen arbeitsunfähig ist. Da Referendare nur Beamte auf Widerruf sind, macht es bei ihnen eben einfach nichts aus.

    Nele

  9. Als frischgebackene Abiturientin brauchte ich für den Studienbeginn in Düsseldorf ein ärztliches (nicht amts-…) Gesundheitszeugnis. Mein alter Sauerland-Dorfarzt fand das so überflüssig, dass er schwungvoll schrieb: „Für ihr Alter ist Frau D. gesund und rüstig.“
    Diese Zeugnis wurde (wohl ungelesen…) an der Uni akzeptiert. Leider habe ich keine Kopie – dafür in diesem Jahr „silbernes“ Abitur und hätte gerne bis zum „goldenen“ weiter diesen Befund 🙂

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