Spickmich-Schwachsinn

Gerade über eine mäßige Bewertung einer Lehrkraft meiner Schule gestolpert, nachgeschaut: gestaunt. Fachlich soll die Person nach Spickmich.de-Bewertungen nahezu inkompetent sein. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass das unter keinen Umständen der Fall ist und ich möchte gerne denjenigen sehen, der besagter Person fachlich das Wasser reichen kann.

Das ist erbärmlich, wenn kompetente Lehrkräfte durch inkompetente Bewertungen degradiert werden. Bei aller Notwendigkeit von Rückmeldesystemen, aber das ist unter aller Kanone. Dann doch lieber wieder Kategorien wie „Sexy“ einführen! Da kann gerne jeder sabbeln, wie ihm der Speichel gerade von den Lippen trieft…

4 Gedanken zu „Spickmich-Schwachsinn

  1. Naja, was man soll man sagen. Nach der juristischen Würdigung durch die Instanzen, die fast abgeschlossen ist, ist so ein Verhalten eben rechtlich gesehen statthaft. Und es entspricht nicht dem politischen Willen, etwas an der Situation zu ändern – die öffentlichen Bekundigungen einiger Bildungsminister sind eben nur Reden.

    Da muss man sich als Leher wohl mit abfinden, dass die eigene Fachkompetenz öffentlich von Leuten in Frage gestellt wird, die das nicht beurteilen können…

  2. Dennoch wäre es interessant herauszufinden, was denn zu dieser Bewertung geführt hat: ein von der Schule frustrierter Schüler, der den Lehrern eins auswischen will; eine Schülerin, die von dem Lehrer verletzt worden ist; die fachliche Kompetenz ist für die Kollegen aber nicht für die Schüler nicht erkennbar, der Kollege bewertet die Klassenarbeiten intransparent; …

    Wenn es intakte Rückmeldesysteme gäbe, hätte spickmich keine Chance.

  3. Ich habe eine andere Vorstellung davon, was spickmich.de bedeuten kann. Und wie man auch hier sehen kann, ist etwas dran: Nämlich, daß wegen all der Empörung über spickmich die Diskussion darüber, dass Schüler Partizipationsmöglichkeiten am Unterricht (und das geht im ersten Schritt über Feedback) haben müssen.
    Es gibt dafür schon elaborierte Konzepte und richtig gute digitale Programme (vgl. mein Beitrag „Bewertung in der Schule – zweierlei Empfindlichkeit http://lisarosa.twoday.net/20080121/ ). Aber sinnvoll und sicher auch ganz reizvoll für einen didaktischen Experimentierer wie Dich wäre, mit den eigenen Schülern zusammen ein eigenes Rückmeldesystem zu entwickeln. Das wird dann seriös bis in die Knochen!

  4. Rückmeldebögen bekommen meine großen Schüler von mir. Die Idee, mit den Schülern einen solchen Bogen zu erarbeiten, halte ich für sehr interessant – ich glaube, meine Sechser würden daran in Politik viel Spaß haben. Das Ergebnis wird vermutlich besser als das der vielen vorbereiteten Abkopierbögen, die man überall bekommen kann.

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