Zu hoch für mich

Ich krieg‘ das nicht in die Rübe. Auf der einen Seite schreit man nach Eignungstests für angehende Lehrer, andererseits will man im Unterricht nun weiterhin Laien für statistische Schattengefechte ausnutzen. Wofür quäle ich mich hier eigentlich durchs Referendariat?

6 Gedanken zu „Zu hoch für mich

  1. Weil es (noch) den geordneten Zugang zum Lehrerberuf gibt. Vieles, was in NRW und anderswo gemacht wurde und wird, kann man so deuten, dass es Teil des Ausstiegs aus diesem geordneten Zugang ist, der auf einem Bildungsmarkt ein Fremdkörper wäre.
    Leider sind die Auswirkungen derartiger Maßnahmen kaum zu erfassen, weil es keine einfachen Kausalitäten in Schule gibt. Das muss man sich dann wieder von der OECD zurecht deuten lassen.

  2. Ja, der Spagat zwischen Qualitätssicherung des Nachwuchses und die Möglichkeit durch Quereinsteiger, Pensionäre, Studenten oder einfache Vermittlung durch Zeitarbeitsfirmen die Unterrichtsversorgung zu sichern, ist mal wieder so ein Musterstück verfehlter Personalplanung. Bildungsausgaben sollen halt kostenneutral sein. „Freundliche Aushilfe gesucht“ – Liebe Schulleiter, einfach mal ne Annonce im Wochenblatt aufgeben…

  3. Also, ich finde das nur geräääächt!
    In NRW dürfen die Lehrer demnächst als Hilfspolizisten agieren, indem sie jede „Straftat“ ihrer Schüler der Polizei zu melden haben (und umgekehrt sich deren Erkenntnisse zu Gemüte führen und vor allem wiederum verwalten müssen) – warum sollte man da nicht auch vorzugsweise Polizisten als Hilfslehrer einsetzen? Irgendwie muss es ja einen zeitlichen Ausgleich für die Mehrarbeit geben!
    n.

  4. In Hessen heißt das Ganze „Unterrichtsgarantie plus“.
    In der Praxis bedeutet es Unterrichtsgarantie plus Chaos. Denn je eigenständiger der Aushilfslehrer unterrichtet, desto mehr klafft das, was im laufenden Unterricht passiert, und das, was er einführt, auseinander. Deshalb müssen die Lehrer den Schülern nach jeder Vertretungsstunde erklären, weshalb der andere „Lehrer“ es anders macht, weshalb es aber trotzdem sinnvoll ist, nicht alles bisher Gelernte zu verwerfen.
    In der Praxis läuft es am besten, wenn die Aushilfslehrer nur die Bearbeitung von Arbeitsaufträgen beaufsichtigen und nichts selbständig machen.
    Andererseits werden auch in Hessen Designer, Chemiker, Hausfrauen mit guten Französischkenntnissen und andere als Lehrer eingestellt, wobei Latein neuerdings von jedem unterrichtet werden kann, der einmal ein großes Latinum hatte und kein offenkundiger Psychopath ist.
    Merke: Nicht auf die Qualität, sondern auf die Quantität des Unterrichts kommt es an. Qualität entsteht durch Abprüfen.

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