Erste Eindrücke

Junge, Junge. Meine Sechs ist wirklich eine harte Nuss, die sich freitags in der sechsten und siebten Stunde nur schwer knacken l?sst. Wen wundert’s, aber Unterricht muss gemacht werden. Da herrscht eine so derbe Lautst?rke, so ein „Grundrauschen“, das es wirklich schwer ist, durchzukommen. Durchkommen ist dann auch schlecht f?r die Stimme, also teile ich mir die Klasse dann in virtuelle „Pakete“ ein und weise jedes Paket einzeln auf Ruhe hin. Das klappt. Aber h?lt nicht lange.

Ich werde mir dieses Wochenende ?berlegen, wie ich mein Unterrichtsarrangement auf die Situation abstimme, sprich: Den jungen Leuten Raum f?r Aktivit?t lasse, ohne dass dabei die Lautst?rke ?berhand nimmt. Eventuell teile ich sie auf zwei benachbarte R?ume auf, was so sp?t freitags m?glich ist, oder versuche, in offene Lernformen zu wechseln.

Die ganz dicken Brocken werde ich mir gesondert zur Brust nehmen m?ssen. Face to face. Denn da sind viele Sch?ler und Sch?ler, die gute Ergebnisse bringen, wenn sie denn mal einen kleinen Ansto? bekommen. Sch?ler X, der meist raumbedingt in meinem R?cken sitzt und gerne allerhand Bl?dsinn treibt, war nach einer direkten Ansprache in der Lage, innerhalb k?rzester Zeit – die meiste hatte er ja mit bl?deln verbracht – die gestellte Aufgabe zu erf?llen. Neben Tadel gibt es dann nat?rlich auch Lob.

Geradlinigkeit

Ich habe gestern gelernt, dass einige Sch?ler gelernt haben, stets geradlinig, korrekt und sortiert zu denken. Wenn ich sage: Erstellt eine Mind-Map wie an der Tafel, dann sind es mindestens ein Drittel, die eine Tabelle(!) zeichnen und dort ihre Ideen auflisten. Auch die ?berschrift darf nicht fehlen (Heftf?hrung – ein Kapitel, das ich in der Vorbereitung viel zu wenig bedenke!).

Andere sind es nicht gew?hnt, mit ihren Mitsch?lern zu arbeiten. Da wird Partnerarbeit dann verweigert.Schwierig, denn zwingen kann ich niemanden. F?r die Kopfnote w?re das schlecht, wenn ich mir die gestern ausgeh?ndigten Indikatoren daf?r anschaue. Und wieviele das sind. Mein Gott. Sie werden Partnerarbeit schon lernen, auch ohne Kopfnoten. Sie werden Menschen, auch ohne Kopfnoten. Auch wenn sie in der Sechs in Geschichte und Politik laut waren.

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