Einheitliche Schulbücher

Och… ich finde es gerade im Moment bei meinen Reihenplanungen gut, dass ich hier in mehreren Büchern schauen kann, wie man die Themen in den Büchern unterschiedlich angeht. Natürlich ist der Vorschlag von Anette Schavan erst einmal bedenkenswert, aber ändern wird es nicht viel oder nur wenig. Meine Schwester ist aus NRW nach Bayern gezogen und musste (obwohl eine normalgute Schülerin) ein Jahr zurück, alleine weil man dort unten im gleichen Lateinbuch zwölf Lektionen weiter war.

Ich denke, es gibt dringendere Probleme.

Nachtrag
Ich blöke das hier wie immer unbedarft ins Blog (Kommt „Blog“ vielleicht doch von „blöken“?), anstatt zu fragen, wie das denn die Leute sehen, die schon den ein oder anderen Bundeslandwechsler im Unterricht hatten! Und? Wie seht Ihr das? Sind Schulbücher ein Faktor, der da viel ausmacht?

4 Gedanken zu „Einheitliche Schulbücher

  1. Der Vorschlag ist aus zweierlei Gründen Unsinn:

    1) In der DDR gab es einheitliche Schulbücher, das kann (darf?) also nicht gut sein.

    2) Schulbücher sind Waren, die verkauft werden wollen. Die pädagogische Funktion ist nachrangig. Also muss es mehrere Anbieter geben. – Halt! Vielleicht sollen alle Bidlungsmedien zukünftig nur von Bertelsmann kommen?

    Wenn das so ist, ist das natürlich kein Unsinn!

  2. Für den einzelnen Schüler wäre das unter Umständen ein Vorteil, ein Problem würde ich aber bei der Verständigung auf einheitliche Inhalte und tatsächlich bei der Auftragsvergabe an die Wirtschaft sehen. Zudem nützt das gleicheste Buch nichts, wenn die Lehrer nicht auch genau denselben Unterrichtsablauf einhalten. Schüler X aus BaWü, der schon exzessiv Lyrikanalyse gemacht hat, bekommt trotzdem Probleme, wenn man in NRW gerade beim Abschluss einer Reihe zur Dramenanalyse ist. Da hilft ihm dann auch nicht, dass er das TTS aus BaWü mitgeschleppt hat.

  3. Hallo,

    ja das ist schon eine interessante Frage, sollten Schulbücher von Fach zu Fach einheitlich sein? Also meiner Meinung nach: Nein. Es kann schon unterschiedliche Materialien geben, schließlich existieren ja auch diverse Schulbuchverlage…Jedoch sollten die Bücher nicht unbedingt inhaltlich so variabel sein. Aber diese Variabilität und der Unterschied der Lehrbücher, die an den Schulen in den Bundesländern verwendet werden, ist dem Förderalismus geschuldet. Jedes Bundesland hat eigene Rahmenlehrpläne und eigene Zielsetzungen…da kann es nichts Einheitliches geben…in der DDR waren ja alle Inhalte gleich. Da konnte man innerhalb der Bundesländer wechseln und heutzutage ist es da wohl eher schwierig vom Norden in den Süden oder andersrum zu wechseln. Also ich denke, dass sich nicht unbedingt die Bücher ändern sollten, sondern dass man sich mal darüber Gedanken macht wie man Bildung den SchülerInnen vermitteln kann, sodass sie problemlos Schulen oder Bundesländer wechseln können ohne, dass sie gleich zurückgestuft werden müssen oder gar sich verschlechtern, weil sie hinterher hängen oder gar sich langweilen, weil sie die Themen schon hatten…

  4. Oje! Standardisierung, Vereinheitlichung auch jetzt der Schulbücher …und dabei ist klar, daß Lernen immer mehr individualisiert werden muß. Und kannst Du Dir etwa vorstellen, in Geschichte an einem einzigen Buch entlang zu unterrichten, als wären es Lektionen eines Lateinbuches? Wer kann so ein Buch konzipieren, dass es wirklich was taugt? Und wegen der Standardiesierung dürftest Du nichts auslassen, Du müsstest alles „durchnehmen“, auch wenn Du es für Unsinn oder für überflüssig oder für irreführend, hältst …
    Dieses eine Buch – für die ganze Republik verordnet – wäre der Kern und das Hauptmaterial des Geschichtelernens … Das Pluralismusgebot und der Beutelsbacher Konsens (Überwältigungsverbot) in einem hoch politischen Fach wären mit einem Schlag dahin …
    Ein einziges Buch könnte ich mir vorstellen, das dann noch taugt – aber das wäre dann auch eben überflüssig: Ein Buch, das zu jedem Geschichtsthema einen Einführungstext a la Wikipedia bringt und darunter die Aufforderung: Suche im Internet nach weiteren Informationen und Ansichten, organisiere mit Klassenkameraden ein Erkundungsprojekt über die historischen Spuren an Deinem Wohnort, sieh zu, wo Du mehr her kriegst …

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